Mit dem Weg in die ergotherapeutische Freiberuflichkeit sind, neben den möglicherweise vorhandenen, psychischen Hürden unter anderem auch finanzielle verbunden. Da bekanntlich auch Kleinvieh Mist macht, und man sich auf diese Art und Weise ca. 15€ erspart (für die man sich in den Weiten des Internets dann gleich eine Flasche Champagner zur Praxiseröffnung bestellen kann), soll das Procedere hier kurz erläutert werden. Keine Panik, es ist nicht sehr kompliziert und man benötigt dafür nur Dinge, über die mittlerweile praktisch jeder Haushalt verfügt…

In Österreich benötigt man für das Ansuchen der freiberuflichen Tätigkeit – das schlussendlich am zuständigen Gesundheitsamt erfolgt – einen Auszug aus dem Strafregister, der wiederum von der zuständigen Polizeibehörde ausgestellt wird. Einer Stellungnahme des Bundesministeriums für Finanzen zufolge, kann gemäß §4 des Neugründungsförderungsgesetzes (NeuFöG) diese Gebühr für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten entfallen, wenn zugleich mit dem Ansuchen um einen Strafregisterauszug folgende Dokumente beigebracht werden:

  • Nachweis der abgeschlossenen Ausbildung (Diplom oder Ähnliches)
  • Ein ausgefülltes Exemplar des Formulars „NeuFö1“  [Update 19. August 2013] “NeuFö2″ – unbestätigt, das Formular NeuFö1 ist nicht mehr abrufbar, dieselbe Funktion scheint vom NeuFö2-Formular übernommen zu werden, ich bitte um Rückmeldung falls das jemand ausprobiert hat

Das ominöse Formular findet man als PDF-Dokument mit dem Suchbegriff „neufö2“ in der Formulardatenbank des Bundesministeriums für Finanzen – oder schneller über diesen Link. Das Ausfüllen des Formulars ist keine Hexerei (auch wenn auf den ersten Blick der Eindruck entstehen könnte) und funktioniert auch am heimischen Computer, es sind nur die Felder „Angaben zum Betrieb“ und der voraussichtliche Kalendermonat der Neugründung auszufüllen, ein Häkchen bei „Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben“ zu setzen, und bei den Behörden, die das Formular voraussichtlich sehen werden, im leeren Feld „Polizei“ einzutragen. Dann noch Datum und Unterschrift und damit ist das Ding eigentlich fertig. Alle Felder unter dem dicken, schwarzen Strich (also die Bestätigung der gesetzlichen Berufsvertretung beziehungsweise der SV für gewerbliche Wirtschaft) kann man guten Gewissens leer lassen.

Und zwar deshalb, weil man eine ausgedruckte Version der oben bereits erwähnten Stellungnahme des Finanzministeriums mitbringt…diese findet man als PDF im Mitgliederbereich der Österreichischen Berufsverbandes oder schneller über diesen Link. Diese Stellungnahme legt eindeutig und in schönstem Juristendeutsch dar, warum Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten keine Gebühren zu entrichten haben…und das funktioniert tatsächlich.

In meinem Fall (also in der schönen Provinzstadt Klagenfurt) war die zuständige Sachbearbeiterin bis zu diesem Zeitpunkt zwar noch nie mit diesem Anliegen konfrontiert, aber nach einer kurzen Zeitverzögerung war alles kein Problem. Wie gesagt, Kleinvieh macht auch Mist und es ist nicht wirklich viel Arbeit…in diesem Sinne: Prosit!