Wir schreiben nun ein neues Jahr und obgleich ich den Vorsatz hatte, häufiger zu schreiben, kommt mein erster Artikel für 2011 erst jetzt. Vermutlich kennt ihr die Schwierigkeiten mit den guten Vorsätzen aus eigener Erfahrung und gewährt mir Amnestie.

Seit dem 10. Januar sind wir nun wieder in Amt und Würden. Für mich war es freudiges Wiedersehen mit den Mädels und ich glaube, dass es einigen ebenso ergangen ist. In den zehn Tagen Unterricht bis heute hatte ich bereits eine Prüfung und drei Präsentationen. Das Prüfungsergebnis ist es noch abzuwarten, aber bei den Präsentationen hat alles so geklappt wie es sollte und ich konnte wieder etwas von der To-Do-Liste streichen. Ein gutes Gefühl! (Bild © Klaus-Peter Wolf  via Pixelio)

Etwas Kopfzerbrechen bereitet mir derzeit die Suche nach einem Praktikumsplatz. In unserem zweiten Semester müssen wir ein Praktikum im pädiatrischen Bereich machen und die Stellen in Kärnten scheinen äußerst rar. Allerdings scheint dieses Problem nicht nur auf den sonnigen Süden Österreichs begrenzt. Unsere „Wahlkärntnerinnen“, die sich in ihrer Heimatstadt/-land auf die Suche gemacht haben, sind auch nicht erfolgreicher. Nachdem Kärnten nicht die einzige Ausbildungsstätte für Ergotherapie beheimatet, nehmen die anderen Bundesländer meistens lieber die Praktikanten aus ihren eigenen Bildungseinrichtungen – Wie dieses Problem genau gelöst werden kann, ist uns noch nicht klar.

Trotzdem bleibt unser Humor bestehen und unsere Kollegialität aufrecht. Ich glaube, dass diese „Gemeinschaft“ eine unserer ganz großen Stärken ist. Bis auf kleinere Reibereien herrscht insgesamt gesehen ein unterstützendes Miteinander, und ich bin sehr froh und stolz, ein Teil dieser Truppe zu sein.

Inhaltlich stecken wir bildlich gesprochen gerade in den „Kinderschuhen“. Eine Lehrveranstaltung die erst jetzt gestartet ist, beschäftigt sich mit der frühkindlichen Entwicklung und ist für mich wirklich spannend. Ich erfahre in jeder Lehrveranstaltung so viel Neues über Wahrnehmung und Motorik und wie wichtig Entwicklungsteilschritte für den Menschen sind. Durch Fallbeispiele wird der Unterricht verständlich und lebensnah. So bleibt Wissen nicht in hypothetischen und theoretischen Mustern stecken.

Die Vorlesung über die Anatomie und Physiologie des Nervensystems ist mittlerweile abgeschlossen und wird mich die nächsten zwei Wochen noch ordentlich auf Trab halten. Da der Unterricht didaktisch und inhaltlich gut aufgebaut war und meine Mitschrift eine brauchbare Lernunterlage geworden ist, sollte die Prüfung am 4.2. zu schaffen sein.

Für die Mädels hat die Lehrveranstaltung „Wissenschaftliches Arbeiten“ begonnen. Dank meines abgeschlossenen Studiums wurde mir diese LV angerechnet und ich kann die Zeit fürs Lernen ver-wenden (zumindest sollte ich das). Zeit ist bei uns ohnedies Luxus, da wir meist von 8-17 Uhr im Unterricht sitzen und danach unterschiedlich motiviert für ein Selbststudium sind.

Zu den Muskeln (die Nachfolger der Knochen – vergleichbar mit der Fortsetzung eines Hollywood-Horrorstreifens, der sich ebenso meines Verständnisses entzieht und mir irgendwie den Schauer über den Rücken laufen lässt) will ich heute nichts mehr schreiben. Mein Trost ist, dass es meinen Kolleginnen ähnlich ergeht und geteiltes Leid ist in diesem Fall tatsächlich halbes Leid.