Mittlerweile ist bereits ein Monat seit Ausbildungsbeginn vergangen, und so wird mein erster Artikel hier ein kleines Resümee der vergangenen Wochen:

Am 4. Oktober startete mein (neues) Studentenleben und ich machte mich voll Freude, Neugier und einem Schuss Aufregung zu meinem neuen Studienort in Klagenfurt auf. Der erste Tag mit Vorstellungsrunde, Ein- und Hausführung verging schnell. Insgesamt sind wir 17 Erstsemestrige. Siebzehn Frauen unterschiedlichen Alters, die aus unterschiedlichen Bereichen und Abschnitten in die Ausbildung starten. Für mich ist diese Mischung toll und spannend und (derzeit) harmonisch. Jeder bringt seine Erfahrungen ein, lässt die anderen daran teilhaben.

Aufgrund der Umstellung von Akademie zu Fachhochschulstudium, herrschte gerade die ersten Tage Verwirrung und organisatorisches Chaos. Manche Bereiche und Fragen hängen auch jetzt noch in der Luft, aber schön langsam scheint sich der Nebel zu lichten…

Bei der Frage welche Form (also Akademie oder FH) besser ist, gehen die Meinungen (weit) auseinander. Ich habe diesbezüglich natürlich keine Vergleichsmöglichkeit, aber manche der Lehrenden klagen über die reduzierten Unterrichtseinheiten, bei gleich bleibendem Stoffgebiet. In wenigen Unterrichtseinheiten bekommen wir diese Hektik auch zu spüren. (Namen und Fächer werden hier freilich nicht benannt – einerseits weil es nicht relevant ist und der typisch österreichischen Raunzerei Einhalt geboten werden soll, und andererseits habe ich (ganz egoistisch) nicht vor mir ins eigene Knie zu schießen so ein wenig Gelegenheit, um mich in diplomatischen Formulierungen zu üben)

Die praktischen handwerklichen Fächer sind mir besonders lieb. Die Arbeit mit unterschiedlichen Materialien ist für mich sicherlich ein Highlight in der Ausbildung. Zu lernen, wie man durch kreative Arbeit bei einem Menschen etwas bewegen kann, fasziniert mich. Auch die Einführungsvorlesung „Berufskunde“ hat mich (anders als damals bei Publizistik) nicht desillusioniert, sondern meine Entscheidung in mir bekräftigt. Womit ich zu Beginn allerdings nicht gerechnet hätte, ist der hohe Anteil an Anatomie – und jeden Donnerstag frage ich mich, warum der liebe Gott bei uns nicht mit weniger Knochen ausgekommen ist.

Nach über sechs Jahren bin ich nun auch gezwungen mein biologisches Schulwissen wieder hervorzukramen, was angesichts der Qualität meines damaligen Biologieunterrichts (und wohl auch wegen meinem beschränkten Interesse) ein schier unmöglicher Akt ist. Umso erleichterter war bzw. bin ich, dass ich den Stoff hier in mir verständlichen Wörtern und Zusammenhängen präsentiert bekomme. Auch die praktischen Beispiele sind klar und humoristisch – so bleiben die Inhalte weitaus leichter in meinen grauen Zellen. Genau in dieser praktischen Orientierung liegt der große Bonus dieser Ausbildung. Die Lehrenden stammen aus der Praxis, und das Wissen kommt so auch aus der Erfahrung und beschränkt sich nicht ausschließlich auf Literatur.