Einleitung

In meinem letzten Beitrag wurde die Behandlung von Streckdefiziten nach Beugesehnenverletzungen mittels redressierender Schienenhülsen anhand eines Fallbeispiels beschrieben – heute soll es darum gehen, aus welchem Material man diese Hülsen herstellt, und wie sich die exakten Arbeitsabläufe gestalten – viel Spaß beim Nachbauen! (Artikelbild von Andrea Moser)

Arbeitsmaterialien

  • thermoplastisches Schienenmaterial, 1,6 mm dick, perforiert,je nach Fingerlänge ein Quadrat mit 6 cm – 10 cm Seitenlänge
  • Schere
  • Feuerzeug/Heißluftgebläse
  • Goniometer

Schritt für Schritt zur redressierenden Fingerhülse

  1. Das erwärmte Schienenmaterial wird um den Finger gelegt und die Kanten fest mit dem Fingernagel zusammengedrückt, das am Stoß überstehende Schienenmaterial wird abgeschnitten.
  2. Das Mittelgelenk unter sanften Druck in die gedehnte Streckstellung positionieren, warten bis das Material ausgehärtet ist.
  3. Erreichte Streckstellung mittels Goniometer nachkontrollieren und dokumentieren.
  4. Schiene vom Finger ziehen, eventuell unter Hilfe von kaltem Leitungswasser und Flüssigseife als Rutschhilfe. Sollte die Schiene zu eng sein, kann diese bis zum Mittelgelenk geschlitzt werden.
  5. Die Schweißstelle mit einem Schienenstreifen sichern. Dieser wird mit dem Feuerzeug oder einem Heißluftgebläse erhitzt und auf die Stoßstelle geklebt – Achtung: Nur trocken erhitztes Schienenmaterial klebt!
  6. Die Schiene in der Länge passend zuschneiden.

Eine bebilderte Fertigungsanleitung der redressierenden Fingerhülse lässt sich im Downloadbereich der Website, oder unter nachfolgendem Link herunterladen:


Andrea Moser ist Ergotherapeutin, mit langjähriger klinischer Erfahrung im Bereich Orthopädie. Sie ist sowohl in einer Klinik in Klagenfurt als auch freiberuflich als Ergotherapeutin tätig—Website

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