Ein schönes Projekt hat sich da Aleksander Knauerhase vom Weblog „Quergedachtes“ (das sich im „Normalbetrieb“ zumeist mit Themen rund um Autismus beschäftigt) ausgedacht: drei Thementage zum Thema Behinderungen, Medien und die Gesellschaft. Die Aktion kann zwar nicht mehr live verfolgt werden, da sie vom 01.03.2013 bis zum 03.03.2013 stattfand, aber da sämtliche Beiträge naturgemäß online abrufbar sind möchte ich – auch aufgrund der ergotherapeutisch relevanten Thematik – die Aktion noch gebührend vorstellen. (Artikelbild/Logo der Aktion im Original von Sabine Kiefner)

Themenschwerpunkte – jeden Tag ein anderer

Die Grundgedanken die zu dieser Aktion geführt haben, lassen sich im dazugehörigen Beitrag auf „Quergedachtes“ nachlesen, wo sich auch organisatorische Informationen und die maßgeblich beteiligten Blogs finden lassen – auch im Kommentarbereich des Artikels. Für jeden der drei Tage wurde ein Themenschwerpunkt festgelegt:

  • Tag eins: Körper
  • Tag zwei: Sinne
  • Tag drei: Geist & Seele

Das Artikelprogramm für die jeweiligen Tage finden Leserinnen und Leser im Abschnitt Weblinks dieses Beitrags verlinkt, von dort aus lassen sich alle Artikel übersichtlich und thematisch gruppiert aufrufen, ein paar meiner persönlichen Highlight stelle ich im Folgenden vor.

Tag eins: Körper

Marcel hat unter dem Titel „Der E-Rolli und sein Schatten“ einen sehr spannenden Beitrag über das Leben mit einer 24-Stunden-Assistenz aus dem Blickwinkel eines E-Rollstuhlfahrers geschrieben – mit allen Höhen und Tiefen.

Andreas Linke hat im Beitrag „#einfachsein auf Schalke“ ein Interview mit dem Sportkorrespondenten und Rollstuhlfahrer Hassan Talib Haji geführt um herauszufinden mit welchen Rahmenbedingungen man sich als Fan von Schalke 04 bei der Organisation von Tickets und im Stadion selbst auseinandersetzen muss.

Lovey Wymann vom Schreib-Lounge-Blog beschäftigt sich in ihrem Beitrag „Dick, Dumm und Disziplinlos“ mit dem Leben mit Übergewicht und den Folgen und Anfeindungen durch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Schönheitsideale.

Das Blog Wiener Alltagsbeobachtungen beschäftigt sich unter dem Titel „Klinefelter-Syndrom: Fakten statt Vorurteile“ mit dem Thema Klinefelter, und hat interessantes Hintergrundmaterial zur Prävalenz in Österreich zu bieten, erklärt Definitionen und Ursachen und räumt nebenbei mit veralteten Informationen & Mythen auf.

Das Blog der Traumdisco Berlin, einer inklusiven Discoveranstaltung, beschreibt in einem Beitrag, der aufgrund rechtlicher Probleme leider nicht mehr direkt verlinkbar ist (aber keine Sorge, eine google-Suche hilft euch dabei sicher weiter) die Entstehungsgeschichte der Veranstaltung, wagt einen Blick zurück und zieht eine vorläufige Bilanz.

Sam Becker vom TageshausChaos schreibt unter dem Titel „Wenn der Schmerz kaum spürbar ist“ über die Schmerzwahrnehmung und die verzögerte Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit bei Autismus.

Tag zwei: Sinne

Frolleinsia beschreibt aus ihrer Sicht (also aus der Sicht einer gehörlosen jungen Frau) was es für Eltern bedeuten kann, wenn sie mit der Tatsache konfrontiert werden, dass ihr Kind gehörlos ist.

Dorothee Janssen, eine Religionspädagogin, schreibt über Begegnungen und Sichtweisen beim sonntäglichen Kirchgang – unkonventionell, ebenso kurz wie kurzweilig und sehr empfehlenswert.

Maedel schreibt als Frau mit Asperger-Autismus – Diagnosestellung mit 36 Jahren – über ihre ganz persönliche Wahrnehmung auf der Sinnesebene, erläutert wie sich Überbelastungen aufbauen und benennt Strategien, die sie entwickelt hat, um dem entgegenzuwirken.

Ingrid Weinigel gibt in der Schreib-Lounge Einblicke in ihr Alltagsleben mit Multipler Sklerose, der Schwerpunkt dieses Beitrags liegt auf dem verbalen Kommunikationsverhalten von Menschen ohne Behinderung gegenüber Menschen mit Behinderungen – und sie scheut sich auch nicht sich selbst bei der Nase zu nehmen.

Mellissandra schreibt als Erwachsene mit der Diagnose ADHS darüber, über ihre Erfahrungen aus dem Schulleben ihrer mittlerweile 18-jährigen Tochter, die ebenfalls mit ADHS diagnostiziert wurde und stellt Erlebtes den gesetzlichen Rahmenbedingungen gegenüber (insbesondere dem deutschen Grundgesetz).

Annika schreibt in ihrem Beitrag über die Freuden & Tücken, die ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Betreuungeinrichtung für Kinder & Jugendliche bereithalten kann und mit welchen (Vor-)Urteilen sie im Zuge dessen konfrontiert wurde.

Tag drei: Geist & Seele

Silke Bauernfeind hat zum Thema Autismus einen lyrischen Text verfasst und zwei Collagen gestaltet, die als Leinwanddruck auch käuflich erworben werden können.

Johannes Mairhofer, Fotograf aus Profession, hat im Rahmen einer länger zurückliegenden Operation aufgrund eines Geburtsfehlers ein Auge verloren – und spricht in einem Video darüber, was das für sein berufliches Leben und seinen Werdegang bedeutet hat und noch immer bedeutet.

Zora schreibt auf ihrem Blog (das auch lesenswert ist wenn man sich für das Thema „Umgang mit Demenz“ interessiert) über das „Freundlich-Sein“, darüber warum das manchmal schwer ist, womit man rechnen sollte wenn man seine Meinung ungeschminkt äußert und warum Notizblöcke früher wirklich wichtig waren.

Weblinks