Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten, die im pädiatrischen Fachbereich tätig sind, benötigen meiner Praktikumserfahrung nach (aber korrigiert mich, wenn ich mich irre) neben einem profunden fachlichen, auch ein umfangreiches Wissen über Spiele, Adaptionsmöglichkeiten, selbst zu erzeugende Therapiemittel und SI – vor allem bei der ergotherapeutischen Behandlung schwer- und mehrfachbehinderter Kinder und Jugendlicher. Soweit die These.

Wenn der eigene Schwerpunkt nicht so stark im kreationistischen liegt (nicht zu verwechseln mit dem Schöpfungsglauben), können externe Anregungen zumindest hilfreich und ideenliefernd sein. Seit Januar 2010 ist das Blog Adaptations 4 Kidz online, dass diesbezüglich einigen Input liefern kann, wenn man sich an englischer Sprache nicht stößt. Wer genau „Heidi“ ist, die das Blog betreibt, ist für mich als Nichtbesitzer eines Blogger-Profils nicht ganz nachvollziehbar, da die öffentlichen Profilinformationen nur sehr spärlich sind – das Blog behandelt jedenfalls grundsätzlich den Umgang mit „Junior“, einem behinderten Kind, und zwar mit den Schwerpunkten Adaption von vorhandenen Gegenständen und Spielen, Ideen für Spiel- und Wahrnehmungserfahrungen und Bastelideen – und das Ganze steht unter dem Motto „Helping our differently abled kids live life to the fullest“; Living Life to its fullest ist übrigens auch der Titel der ergotherapeutischen Podcastreihe (en) der AOTA (American Occupational Therapy Association). Zusätzlich schreibt Heidi auch über das tägliche Leben mit Junior, und zwar auf diesem Blog – möglicherweise auch für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten lesenswert.

Exemplarisch seien ein paar Artikel von Adaptations 4 Kidz vorgestellt, die mir besonders aufgefallen sind…

  • Sensory Rooms/Spaces – mehrteilige Serie, die die Selbstanfertigung von sensorisch stimulierenden Umgebungen zum Thema hat, sehr kreativ und praktikabel.
  • Juniors Favorite Apps – mehrteilige Serie mit den grundlegenden Themen unterstütze Kommunikation und Spiel- und Lernmöglichkeiten mit dem iPad (Meiner Einschätzung nach werden Tablets künftig auch in „offiziellen“ Therapien eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen, vielleicht nicht gleich überall, aber die gebotenen Möglichkeiten auf App-Ebene sind teilweise einfach sehr gut). Ein eigenes Blog mit vielen Bildern zum iPad-Gebrauch von Junior gibt es übrigens auch noch…
  • Puzzle Board – Anleitung zur Herstellung eines Haft-Puzzles.
  • Adapted Jackets – Adaptierungsmöglichkeiten für Jacken zum Zweck der besseren “Alltagstauglichkeit”.
  • Experiencing Life Differently, the Beach – mehrteilige Serie, zum Thema „Ermöglichen von Wahrnehmungserfahrungen“, finde ich extrem kreativ und gut gelöst (u.a. auch für das Weltall erhältlich).

Den Rest bitte ich am Blog selbst zu „erstöbern“, ich würde mich sehr über Kommentare zu diesem Artikel von Kolleginnen und Kollegen aus der Pädiatrie freuen, eure Einschätzung der vorgestellten Artikel würde mich sehr interessieren!