Sozusagen brandneu ist das spiralgebundene Werk von Sabine Pauli und Gerda Leimer – zwei Ergotherapeutinnen, die in freier Praxis in Ravensburg/D tätig sind. Das Buch ist in der Reihe „praxis ergotherapie“ im Verlag Modernes Lernen erschienen, und ist in mehrere Teile gegliedert.

Der, eher kurze, erste Teil bietet einen Überblick über häufige Krankheitsbilder der Hand in Listenform, Grundlagen der Befunderhebung werden anschließend kurz erläutert, gebräuchliche Instrumente genannt. Zusätzlich finden sich Informationen zu Schmerz, Wundheilung, Narben- und Ödembehandlung, zur Anwendung physikalischer Maßnahmen, zu  Hygieneaspekten, Mobilisationstechniken und Triggerpunktbehandlung. Ein weiterer Abschnitt widmet sich der Einbeziehung von Arm-, Schulter- und Körperbewegungen in den Aufbau therapeutischer Übungen. Alle diese Informationen sind mehr oder weniger knapp dargestellt, und ersetzten meiner Einschätzung nach nicht ausführlichere Fachliteratur zu den jeweiligen Themengebieten, ein kurzer Überblick der genannten Punkte wird aber in jedem Fall geboten.

Das Herzstück des Buches ist zweifellos der Abschnitt mit praktischen Übungen, der auch den umfangsmäßig größten Teil des Buches darstellt. Dies beginnt mit einer detaillierten Materialliste (mit Bezugsquellen) für Therapiematerial, welches für die Übungen im Buch benötigt wird – und den weniger kreativen Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten eine gute Übersicht über anzuschaffendes Material bietet. Nachfolgend werden die einzelnen Handfunktionen bzw. -bewegungen in 27 Kategorien eingeteilt, die anschließend ausführlich einzeln dargestellt werden – und zwar nach folgenden Gesichtspunkten:

  • Übungen ohne Material
  • Übungen mit Material
  • Übungen mit Kraft
  • Übungen im Alltag

Die erwähnten Handfunktionen umfassen, neben sämtlich möglichen Bewegungen, auch alle Griffarten, sowie komplexe feinmotorische Leistungen z.B. die Inhandmanipulation. Zusätzlich werden Übungen für die Sensibilität – auch mit starkem Alltagsbezug – ausführlich vorgestellt.

Abschließend wird noch der bereichsübergreifende Bezug zu den Fachgebieten der Neurologie und der Pädiatrie hergestellt, und anhand praktischer Beispiele verdeutlicht. (Wenige) Literaturverweise bilden den Abschluss des Buches.

Fazit: Ich – als notorisch unkreativer Mensch – hätte dieses Buch während meines Orthopädiepraktikums sehr gut als Nachschlagewerk und Ideenpool gebrauchen können, das schmale Büchlein stellt meiner Ansicht nach ein unentbehrliches Übungskompendium für die Gestaltung von therapeutischen Übungen im großen Bereich der Handfunktionsstörungen in verschiedenen Fachgebieten dar – und auch so manch langgediente Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten mögen hier noch neue Anregungen finden. Zu kaufen unter anderem bei amazon.de


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