Diese Rezension ist aufgrund der Sprache des Buches und der Tatsache, dass die Bücher von Margaret Drake auch im englischen Sprachraum nicht flächendeckend bekannt sind, auch in Englisch auf unserer Website zu finden. Im Zuge der Entstehung dieser Rezension ergab sich die Gelegenheit für ein Interview mit Margaret Drake, in dem sie über ihre Motivation, Inspiration und Recherchetechniken spricht. Das Interview wurde am 27. März veröffentlicht und ist in englischer Sprache auf unserer Website zugänglich.

Inhalt

London, Kentucky ist keine Metropole, heute nicht und auch nicht am Anfang des 20. Jahrhunderts. (Schul-)Bildung ist keine Selbstverständlichkeit, das flächendeckende Frauenwahlrecht in den USA wird noch gute zehn Jahre auf sich warten lassen und Frauen sind in der Regel auf Ehemänner angewiesen um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die beruflichen Aussichten umfassen zu diesem Zeitpunkt die Mitarbeit am elterlichen Bauernhof, die Arbeit als Hausangestellte bei bürgerlichen Familien oder Heirat und Geburt von Kindern. (Artikelbild von Ellen Forsyth via Flickr: CC BY-SA 2.0)

Wir begleiten Lorena Langley—eine aufgeweckte junge Dame für die vor allem die letzte Möglichkeit eher erschreckend als erstrebenswert ist—die durch Fürsprache der örtlichen Bibliothekarin bei einer wohlhabenden Witwe die Möglichkeit erhält, die Vermilion Academy High School in Vermilion Grove und anschließend das William Penn-College in Oskaloosa zu besuchen. Während dieses Prozesses kommt sie rasch in Kontakt mit der Settlement-Bewegung in Chicago’s Hull House, mit Jane Addams und, im weitesten Sinn, auch mit Eleanor Clarke Slagle und der neu eingeführten Ausbildungsmöglichkeit zur Ergotherapeutin, für deren Absolvierung sie sich schlussendlich entscheidet.

Die weitere Handlung führt Leserinnen und Leser zusammen mit Lorena durch die Ausbildungszeit, die Arbeit als Ergotherapeutin in einer psychiatrischen Klinik bis hin zum Kriegseintritt Amerikas im Jahr 1917. Schlussendlich tritt sie der Armee bei und nimmt, zusammen mit anderen „Reconstruction Aides“, ihre Arbeit auf der Basis 117 in La Fauche in Frankreich auf, wo sie bis zum Kriegsende stationiert ist.

Fazit

Bei der Lektüre der Reviews auf Amazon kann für potenzielle Leserinnen und Leser das Gefühl entstehen, dass man das Buch vielleicht besser nicht lesen sollte: Beklagt werden vor allem grammatikalische und orthografische Schwächen sowie ein vorhersehbarer Handlungsablauf. Sei das wie es sei, ich möchte diesem Gefühl energisch widersprechen und kann das Buch allen Kolleginnen und Kollegen wärmstens ans Herz (oder auf den Nachttisch) legen, und zwar aus zwei Gründen:

Erstens ist meiner Einschätzung nach der geschichtliche Kontext gut recherchiert und abgebildet, es gibt hier sehr viel Zeitgeschichtliches zu lernen und gleichsam der Entwicklung einer Profession über die Schulter zu sehen, mit allen Schwierigkeiten mit denen dies verbunden war, und die sich auch im Nachgang, zum Beispiel in der Arbeit von Pettigrew et al. (2017), verifizieren und wiederfinden lassen.

Und zweitens, der vielleicht wichtigere Grund: Es handelt sich um einen Roman der von einer Ergotherapeutin verfasst wurde, Ergotherapie im geschichtlichen Kontext zum Thema hat und dessen Protagonistin eine Ergotherapeutin ist—alleine vor dem Hintergrund der medialen Präsenz unserer Profession halte ich das Buch für (leicht lesbare) Pflichtlektüre, vor allem und ganz besonders für Studierende und Kolleginnen und Kollegen mit einem Interesse an der Geschichte der Profession.

Literatur

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