Ein Frohes Neues Jahr euch allen! Noch einen Hauch von Sommer bringt der Abschluss der Kongressnachlese zu COTEC/ENOTHE mit (Tag 1, Tag 2), auch am dritten Tag habe ich noch drei Vorträge besucht, jener der Ergotherapie im Ersten Weltkrieg behandelte, war sicher einer der interessantesten des gesamten Kongresses.

Hanneke van Bruggen-Lecture: In the pursuit of the professionalization of Occupational Therapy ★★

Ein bunter Strauß, den die Kollegin aus der Schweiz vorgestellt hat: Der Bogen spannte sich von den verschiedenen Bedeutungen des Begriffs „Betätigung“ in Deutsch, Italienisch und Französisch, über die eingeschränkte Möglichkeit Doktoratsstudien an Fachhochschulen zu absolvieren und Alternativen dazu, bis hin zu der vorwiegenden Anwendung von Aktivitäten statt Betätigungen in verschiedenen Fachbereichen, zum Beispiel in der Neurorehabilitation, und den Vorteilen die Aktivitäten haben können. Ein prinzipiell spannender Vortrag, insbesondere die Einblicke in die „Schweizer Landschaft“.

Meyer, S. (18.06.2016). Hanneke van Bruggen-Lecture: In the pursuit of the professionalization of Occupational Therapy. Vortrag. COTEC/ENOTHE 2016.

OT in World War 1 ★★★

Geschichtliches Interesse vorausgesetzt, war das meiner Einschätzung nach sicherlich einer der interessantesten Vorträge des ganzen Kongresses. Thematisch wurde eine Masterarbeit präsentiert, die sich im Rahmen einer Einzelfallstudie mit einer Ergotherapeutin (damals: „reconstruction aide“) aus England und ihren Erfahrungen beschäftigte. Nach Analyse der Daten wurden drei gegenständliche Themen identifiziert:

  1. Therapeutische Betätigung und deren Umsetzung (Wo? Wann? Was?)
  2. Beziehungen zwischen ErgotherapeutInnen und ihren PatientInnen (Männer machen „Frauensachen“ zum Beispiel Gedichte schreiben, Einstellung zu Betätigungen aus Sicht der PatientInnen im Wandel der Behandlungszeit)
  3. Beziehungen zu anderen Professionen (Unter anderem mit ÄrztInnen, PhysiotherapeutInnen und Krankenpflegepersonal: „Wenn Sie sich nützlich machen, können Sie bleiben“)

Zusätzlich empfahl die Autorin in Ihrem Vortrag ein Buch zum Thema:

Drake, L. M. (2003). Reconstructing Soldiers: An Occupational Therapist in WWI. Lincoln: iUniverse.

Die Rezensionen bei Amazon sind bestenfalls mittelmäßig, aber aus historischem Interesse lohnt sich die Lektüre sicherlich. Zusätzlich könnte der folgende Artikel rund um Reconstruction Aides spannend sein, das PDF ist kostenlos zugänglich:

Low, J. F. (1992). The Reconstruction Aides. American Journal of Occupational Therapy, 46(1), 38-43. doi: 10.5014/ajot.46.1.38

Moloney, S., & Pettigrew, J. (18.06.2016). The Practice of Occupational Therapy in World War One. Vortrag. COTEC/ENOTHE 2016. Irland: Galway

Anthropological Perspectives in OT research ★

Ich habe bei diesem Vortrag tatsächlich nicht all zu viel verstanden, thematisch wurde ein multiperspektivischer Blick (BewohnerInnen, ProfessionistInnen und ProjektmanagerInnen) auf die Einführung (beziehungsweise ihres Fehlschlags) von Robotern, die Menschen bei der Nahrungsaufnahme unterstützen sollen, in Dänemark geworfen.

Lee, K. (18.06.2016). How can anthropological fieldwork contribute to research in occupational therapy. Vortrag. COTEC/ENOTHE 2016. Irland: Galway

Weblinks

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