Nachdem eine Kollegin bereits einen recht ausführlichen Artikel zur MMSE (Mini Mental State Examination) verfasst hat, soll dieser Artikel dazu passend den DemTect-Test als Testverfahren zur Demenzerkennung behandeln. Der DemTect ist ein recht junges (2000) Testverfahren zur Demenzfrüherkennung dass rasch durchführbar ist und sowohl eine hohe Sensitivität (Richtigpositivergebnis) als auch eine hohe Spezifität (Richtignegativergebnis) aufweist. Er wurde von Calabrese, Kessler und Kalbe in Bochum und Köln entwickelt. Auf die geeigneten Rahmenbedingungen einer Testsituation wird an dieser Stelle nicht eingegangen, das Wissen um ein adäquates Testsetting wird als bekannt vorausgesetzt. (Artikelbild von Michael Coghlan via Flickr)

Subtests des DemTect

  • verbales Gedächtnis – Wortliste mit zehn Wörtern
  • kognitive Flexibilität – schriftliches umwandeln von Zahlen
  • Wortflüssigkeit – aufzählen von möglichst vielen Dingen, die man in einem Supermarkt kaufen kann
  • Arbeitsgedächtnis – Umgekehrtes Aufsagen einer vorgelesenen Zahlenfolge mit steigendem Schwierigkeitsgrad
  • mittelfristige Gedächtnisleistung – Wiedergabe der Wortliste am Testende (vgl. Ivemeyer, D., Zerfaß, R. : Demenztests in der Praxis – ein Wegweiser. 2006, Urban und Fischer )

Die Entwickler des Tests stellten in einer Studie mit 121 Patienten mit Morbus Alzheimer und 97 Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung im International Journal of Geriatric Psychiatriy fest, dass der DemTect-Test ein gutes Instrument zur Demenzfrüherkennung und zum Feststellen einer kognitiven Beeinträchtigung ist. (vgl. Kalbe E, Kessler J, Calabrese P, et al. DemTect: a new, sensitive cognitive screening test to support the diagnosis of mild cognitive impairment and early dementia. Int J Geriatr Psychiatry, 2004;19:136–43.)

Weblinks und Downloads

Den oben erwähnten Artikel gibt es übrigens hier – nach einer unaufwendigen Registrierung – im Volltext kostenlos zum Download. Eine Testanleitung zum kostenlosen Download findet sich hier, Testbögen inklusive Auswertungstabelle zum kostenlosen Download (in ansprechendem Layout) finden sich hier.

Aus meiner – allerdings nicht sehr umfangreichen – praktischen Erfahrung würde ich den Test als hochpraktikabel, unaufwendig bezüglich Zeit und Material und in Kombination mit dem MMSE als gutes Instrument einschätzen, das es ermöglicht das reale kognitive Niveau von Klientinnen und Klienten rasch zu erfassen, “Fassaden” aufzudecken (MMSE 28 Punkte kontra DemTect 9 Punkte) und die therapeutischen Maßnahmen darauf abzustimmen – so war es für mich deutlich einfacher ein, auf die Defizite von Klientinnen und Klienten abgestimmtes, Hirnleistungtraining zu erstellen.

Weiterführende Literatur


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