Am Freitag den 12. November 2010 hatten wir unsere erste Ergo-Prüfung: Anatomie und Physiologie 1. Die Millionenshow hat uns bereits gezeigt, dass Multiple-Choice neben seinen Vorteilen auch seine Tücken hat. Letztendlich sind wir aber alle unserem Ziel ein kleines Stückchen näher. Der Arbeitsaufwand ist mittlerweile doch ziemlich angestiegen und neue Informationen prasseln kontinuierlich auf uns ein. Einige der Lehrenden können diese Infos didaktisch sehr gut aufbereiten, in Einzelfällen bleibt einem immer noch das Selbststudium.

Organisatorisch wird noch fleißig gearbeitet. Derzeit leben wir noch von Woche zu Woche und erfahren teils erst am Freitag, was montags am Programm steht. Für die Planung meines Lebens außerhalb der FH ist dies nicht immer zuträglich.

Inhaltlich gesehen wächst mein Interesse mit (fast) jeder neuen Lehrveranstaltung. Vorlesungen wie „Der ergotherapeutische Prozess“ zeigen uns grundlegende Dinge unseres späteren Jobs und anhand von praktischen Fallbeispielen und der Möglichkeit Befundungsbögen selber zu analysieren, bleibt die Theorie nicht trocken. In der Vorlesung „Bewegungslehre“ haben wir die Chance die theoretischen Bewegungsmuster praktisch auszuprobieren, und so drehen und biegen wir uns und stellen oft mit Erstaunen fest, wie selbstverständlich uns manche grundlegenden biomechanischen Fähigkeiten sind, die Patientinnen und Patienten oft nicht mehr ausführen können.

Die Lehrveranstaltung „Aktivitätsanalyse“ ist heute frisch gestartet und hat sogleich mein analytisches Herz (und Hirn) erobert. (Ob das auch in ein paar Wochen noch so ist, werde ich dann mitteilen…) Da ich gerne komplexe Inhalte in Einzelstränge zerpflücke, kann ich mich mit dem Inhalt schnell anwärmen und anfreunden.

Weniger Sympathien hege ich nach wie vor für die Knochen. Ich persönlich bin zwar froh und erleichtert, im Besitz aller meiner Knochen zu sein (Gegenteiliges wäre mir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgefallen), aber alle mit Crista, Margo, Fossa & Co auswendig zu lernen? An diesem Punkt enden meine Erleichterung und mein Frohmut eindeutig.

Ich bin gerade dabei mir die Knochen aus dem Prometheus selber zu zeichnen, in der Hoffnung, dass mein visuelles Gedächtnis seine Dienste leichter verrichten kann, denn am 25.11.2010 ist die Knochenprüfung. Also bitte ich alle Leser und Leserinnen an diesem Tag (sofern ihr ansatzweise abergläubisch veranlagt seid) eure Pollices zu drücken.