Nach der allgemeinen Einführung zu Konzept und Anwendungsgebieten des K-Tapings, geht es heute ein bisschen konkreter weiter: Diese persönliche Erfahrung beginnt mit einer Einführungsstunde im Bogenschießen. Rasch stellte sich heraus, dass ich keine Medaille gewinnen würde. In der linken Hand, gestreckt vom Körper, wird der Bogen gehalten. Mit der rechten Hand wird der Pfeil eingelegt und gemeinsam mit der Sehne auf Mundhöhe gespannt – ist das Ziel anvisiert muss man nur mehr loslassen. (Artikelbild von Jane Rahman via Flickr)

So einfach ist die Theorie, in der Praxis traf die Sehne beim Loslassen das distale Drittel meines Oberarms, den Ellbogen medial und das proximale Drittel meines Unterarms. Ein Indianer kennt keinen Schmerz und unter diesem Motto habe ich dann die gesamte Zeit weitergemacht. Nach ca. 1 ½ Stunden  und unzähligen verschossenen Pfeilen wusste ich dass ich kein guter Apache gewesen wäre…nach dem Schnupperkurs begann die betroffene Stelle bereits anzuschwellen, Bewegungsschmerzen aufgrund der Zunahme des Drucks im Gewebe und eine langsam beginnende Verfärbung der Haut folgten prompt.

Da ich kein Tape dabei hatte klebte ich als Ersatz meine immer griffbereiten Crosstapes auf den schmerzhaftesten Bereich in der Gelenkfalte des Ellbogens [Crosstapes sind kleine Gitter ohne Medikamentenzusatz, aus Polyester mit einer klebenden Acrylbeschichtung. Diese werden auf Trigger- Schmerzpunkte, Akupunkturpunkte und meist in Kombination mit Tapes eingesetzt. (vgl. Kumbrink, 2009, S. 6)]. Wieder zu Hause ersetzte ich das Crosstape durch zwei fächerförmige Tapes. Das erste Tape wurde im Verlauf des venösen Rückstroms mit Hautvorschub und 100% Zug (en-bloc) und auslaufenden Enden geklebt. Das zweite Tape wird medial oder lateral ca. im 90° Winkel en-bloc dazu geklebt. Nach ca. 2 Tagen sollte das Tape umgeklebt/versetzt werden.

Zusätzlich zur Veränderung der Hautfarbe (signalisiert die Heilungsphasen des Hämatom) unterhalb des Tapes kam es vor allem zu einer Abnahme des Gewebsdrucks und einer damit verbundenen Schmerzreduktion. Ca. 6 Tage nach der Verletzung, beziehungsweise nach vier Tagen Behandlung mittels tapens, hatte der Gewebsdruck komplett nachgelassen und ich beendete das Tapen. Was nicht so schnell verschwand wie mein Hämatom, es dauerte ungefähr zwei bis drei Wochen bis es ganz verblasst war, waren die Grinser meiner Freunde, nachdem ich ihnen die Geschichte erzählt und meinem Arm gezeigt hatte. Bogenschießen ist nichts für mich aber trotzdem sollte jeder es einmal ausprobieren…und falls euch das Gleiche passiert wie mir, wisst ihr nun was am besten zu tun ist.

Der Verlauf der Behandlung lässt sich anhand der nachfolgenden Bildergalerie nachvollziehen, alle Bilder wurden – soweit nicht anders angegeben – von der Autorin gemacht.

Literatur

Bettina Tscheliesnig ist seit 2004 Ergotherapeutin in Klagenfurt und nach jahrelanger Tätigkeit in der Psychiatrie seit mehreren Jahren spezialisiert auf den Bereich Handchirurgie, sowohl in ihrem klinischen als auch in ihrem freiberuflichen Arbeitsleben—Website

Bildergalerie


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