Schön, dass Computerspiele sich langsam, aber sicher aus dem Dunstkreis seichter Unterhaltung entfernen – angesichts der Verkaufszahlen von aktuellen Ego-Shootern zwar nicht flächendeckend, aber sogenannte Serious Games versuchen immer wieder das Medium Computerspiel mit ernsthaften Inhalten zu verquicken. Ein Versuch dieser Art wurde auch von einer Österreicherin, namentlich Doris. C. Rusch, unternommen, die am MIT – und zwar an der Dependance in Singapur, dem Gambit Lab – ein dreijähriges Postdoktoratsstudium absolvierte und seit 1. Oktober 2010 die Leitung der Abteilung für Computerspielforschung an der Donauuniversität Krems übernommen hat.

„Elude“ – so heißt das Ding, um das es geht. Realisiert wurde das Spiel in Flash, man muss also keine Software auf seinem Computer installieren, sondern ruft es über des untenstehenden Link einfach im Webbrowser auf, die relativ lange Ladezeit muss man wohl oder übel in Kauf nehmen. Vom Standpunkt des Computerspielers handelt es sich um ein recht anspruchsloses Jump’n’Run mit schöner Grafik im Kinderbuchstil, in dem man auf recht beschränkte Art und Weise mit seiner Umgebung interagieren kann. Die Entwickler verfolgen mit dem Spiel allerdings andere Intentionen:

Elude aims to raise awareness for depression and to inform about this dangerous illness. It is specifically intended to be used in a clinical context as part of a psycho-education package to enhance friends‘ and relatives‘ understanding of people suffering from depression about what their loved ones are going through.

Und diese Intention gelingt sehr gut – ohne hier allzu große Spoiler zu veröffentlichen sei doch gesagt, dass Gefühle wie Ausweglosigkeit, reduzierte soziale Interaktionsmöglichkeiten, Energielosigkeit und Einschränkungen auf kommunikativer Ebene gut eingefangen und visualisiert werden – Beklemmungsgefühle inklusive. Das Ende des Spiels wird nach ca. zehnminütiger Spielzeit erreicht, also ein vertretbarer Zeitaufwand um in die Lebens- und Erlebenswelt von Menschen, die an einer Depression leiden, mittels des Mediums Computerspiel einzutauchen.

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