Was ist eine Rhizarthrose?

Die Rhizarthrose (degenerative Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis) ist gekennzeichnet durch eine Abnützung des Daumensattelgelenks. Es kommt zu einem Abbau des Gelenksknorpels und ist primär nicht entzündlich.

Die Gelenksflächen des Daumensattelgelenks werden vom großen Vieleckbein (Os trapezium) und dem 1. Mittelhandknochen (Os metacarpale 1) gebildet.

Im Sattelgelenk ist eine Beugung und Streckung (Flexion/Extension) und ein wegführen und heranführen (Abduktion/Adduktion) möglich. Der Daumen kann sich den anderen Fingern gegenüberstellen (opponieren) und die Bewegung wieder zurückführen (reponieren). Diese Funktionen sind essenziell beim Greifen, Halten und Loslassen.

Alltagsrelevante Auswirkungen einer Rhizarthrose

Die Klientinnen und Klienten, die zu mir in die Ergotherapie überwiesen werden, leiden meist unter Druckschmerzen im Bereich des Gelenkes. Besonders wird der Schmerz bei Belastung und vermehrten Kraftaufwand beim Halten und Greifen angegeben. Grob- und Feingriffe können erschwert sein und die feinmotorischen Fertigkeiten besonders in Kombination mit Kraftaufwand nehmen ab.

Es kann im fortgeschrittenen Stadium zu Bewegungseinschränkungen (in Abduktion und Extension des Daumens) kommen. Die Kompensation wird meist mittels einer Überstreckung (Hyperextension) im Daumengrundgelenk (Metacarpophalangealgelenk 1, MCP 1) ausgeführt und eine nicht physiologische Belastung des MCP 1 ist die Folge.

Beispiele für schmerzhafte Tätigkeiten:

  • Wäscheklammern zusammendrücken
  • Wäsche ausschütteln
  • bei dünnen Stift oder längerem Schreiben schmerzhafte Stifthaltung
  • Gläser und Flaschen öffnen
  • Spritzen aufziehen
  • Knöpfe mit dem Daumen hineindrücken etc.

Wenn Klientinnen und Klienten zu mir in die Therapie kommen wird eine ergotherapeutische Befundung durchgeführt, anhand der Anamnese wird mit Klientinnen und Klienten der Therapieplan erstellt.

Häufige Therapiemaßnahmen sind:

  • Gelenksschutzberatung und Durchführung alltagsbezogener Bewegungen und Handlungen
  • Hilfsmittelberatung für Beruf, Freizeit und Hobby
  • Manualtherapeutische Maßnahmen (zum Beispiel Behandlung nach Cyriax, Fasziendistorsionsmodell nach Typaldos, …)
  • Gewebsbehandlungen um das Daumensattelgelenk herum (Querfriktionen, Quermassagen, Funktionsmassagen, Gewebsbehandlung mit Hentschel Stäbchen, Triggerpunktbehandlungen, Faszienbehandlungen, …)
  • Anfertigung einer Rhizarthroseschiene für belastende Tätigkeiten (eine „Arbeitsschiene“) oder Anfertigung einer Daumenschlaufe
  • K–Taping
  • Erarbeiten eines Heimübungsprogramms zum Beispiel zur Eigenmobilisation, Bewegungsübungen, Krafttraining

Das Therapieziel ist eine Schmerzreduktion beziehungsweise Schmerzfreiheit, das größtmögliche Bewegungsausmaß erhalten beziehungsweise wieder zu erlangen, ein physiologischer Einsatz des Daumens im Alltag und der Erhalt der Kneifkraft.

In vielen Fällen stelle ich eine Daumenhülse aus thermoplastischem Material her, diese wird bei schweren Belastungen des Daumens getragen und bei entsprechenden Tätigkeiten kurzfristig angelegt. Bei Schmerzen in Ruhe oder Entzündungen im Gelenk kann diese auch zur Ruhigstellung angefertigt werden.

Im nächsten Teil dieser Serie werde ich die Herstellung einer Daumenhülse mit Orficast der Firma Lohmann & Rauscher vorstellen.

Weiterführende Literatur

Bettina Tscheliesnig ist seit 2004 Ergotherapeutin in Klagenfurt und nach jahrelanger Tätigkeit in der Psychiatrie seit mehreren Jahren spezialisiert auf den Bereich Handchirurgie, sowohl in ihrem klinischen als auch in ihrem freiberuflichen Arbeitsleben—Website

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