Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) widmet sich in Österreich seit dem Beginn der 1960er Jahre der außeruniversitären Forschung, ein aktueller Schwerpunkt liegt im Bereich Health Sciences (Gesundheitswissenschaften). Die LBG hat aktuell eine mehrjährig angelegte Initiative mit dem Schwerpunkt Open Innovation in Science gestartet, deren Ziel es unter anderem auch ist, durch unmittelbaren Miteinbezug von Betroffenen, ExpertInnen und Angehörigen neue, bisher ungelöste und gesellschaftlich relevante Fragestellungen im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen zu identifizieren. (Artikelbild von Daniel Lombraña González via Flickr: CC BY-SA 2.0)

Open Science

Der Begriff Open Science wurde von Caroline Y. Robertson-von Trotha geprägt und ist prinzipiell mehrdeutig, in diesem Zusammenhang kann Open Science als Öffnung des wissenschaftlichen Prozesses (intelligent openness) verstanden werden. Kernelement dieses Konzepts ist es andere Wissenschaftler, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit in wissenschaftliche Prozesse einzubinden beziehungsweise ihnen diese zugänglich zu machen.

Die LBG verfolgt einen zweigleisigen Ansatz: Zum einen das Crowdsourcing von wissenschaftlichen Forschungsfragen (CRIS), zum anderen die Entwicklung eines Labors für offene Innovation in der Wissenschaft (LOIS). Der Crowdsourcing-Ansatz wird aktuell von der Initiative „Reden Sie mit!“ verfolgt, um neue Forschungsfragen rund um psychische Erkrankungen zu generieren.

Die Initiative „Reden Sie mit!“

Alle Personengruppen die mit psychiatrischen Erkrankungen zu tun haben, also zum Beispiel Betroffene, Familienmitglieder, ArbeitgeberInnen oder ExpertInnen haben seit 16.04.2014 die Möglichkeit auf einer eigens eingerichteten Website, nach einem unkomplizierten Registrierungsprozess, ihre Ideen, Erfahrungen und Beobachtungen unter den folgenden Leitfragen einzubringen:

  1. Welche Probleme und ungelösten Fragen beobachten Sie bei der Früherkennung und Diagnose psychischer Erkrankungen?
  2. Welche Probleme und ungelösten Fragen beobachten Sie bei der Behandlung, Betreuung und Begleitung psychisch Erkrankter?
  3. Welche Probleme und ungelösten Fragen beobachten Sie bei der Vorbeugung von psychischen Erkrankungen?

Der Einsendeschluss für Inputs aus der Öffentlichkeit wurde mit 16.06.2015 festgelegt, danach erfolgt eine inhaltliche Analyse, Kategorisierung und Clusterbildung der gesammelten Themen. Abschließender Teil des Prozesses ist ein Online-Voting aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie eine Beurteilung der Ergebnisse durch eine internationale Fachjury. Und ganz am Ende haben sich hoffentlich neue, gesellschaftlich und alltagsbezogen relevante Forschungsfragen rund um psychische Erkrankungen ergeben.

Macht mit!

Die Initiative scheint meiner Einschätzung nach eine gute Möglichkeit zu bieten an einem relevanten Forschungsthema zu partizipieren, und das primär völlig unabhängig von der Qualifikation. Falls ihr, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, im Fachbereich Psychiatrie tätig seid, Ergotherapeutinnen oder Ergotherapeuten kennt die das sind oder einen wie auch immer gearteten Bezug zur Thematik habt:

Bitte beteiligt euch, je breiter die Perspektive, desto interessanter die Ergebnisse!

Und abseits davon beklagt unsere Profession ja auch gelegentlich die fehlende Berücksichtigung unserer handlungs- und alltagsorientierten Sichtweise auf Klientinnen und Klienten, jetzt besteht die Möglichkeit diese einzubringen!

Direkt zur Registrierung geht es mit einem Klick, alle anderen Informationen und Links findet ihr nachfolgend zum bequemen Nachlesen zusammengefasst.

Weblinks