Redaktionelle Anmerkung (Markus)

Dieser Beitrag sollte in der ursprünglichen Fassung von zwei Bildern, die kurze Geschichten mit der Comicfigur „Der kleine Herr Jakob“ darstellen, illustriert sein – erschaffen wurde der Kleine Herr ursprünglich von einem gewissen Herrn Hans Jürgen Press, der im Jahr 2002 verstorben ist. Die Rechte an der Figur gingen in Folge des Todes von Herrn Press an seinen Sohn Julian Press über – dieser wurde von mir im Vorfeld der Artikelveröffentlichung per Mail kontaktiert und um seine Erlaubnis zur Verwendung der betreffenden Bilder gebeten. Herr Julian Press hat dieses Anliegen leider ohne Angabe von Gründen abgelehnt, dies ist der Grund für die fehlende Bebilderung dieses Beitrags. Für die Grundstimmung kann eine Suche bei google recht aufschlussreich sein…


Ok, es ist soweit, ich muss erstens meinen Tastsack in der Praxis neu befüllen und zweitens einige Aufgaben zur Handlungsplanung mal gründlich überdenken. Es haben sich nämlich einige Gegenstände und Aufträge über die Jahre gehalten, die so eigentlich keine Verwendung mehr finden… (Artikelbild von pettifoggist via Flickr)

Masche binden

Bisher mussten Kinder in der Befundung etwas zubinden und gerne verlange ich dann auch eine Masche. Woraufhin ich auch von Eltern rasch höre und es selber bemerke, dass es nur mehr wenige Situationen im Alltag eines Kindes gibt, wo eine Masche gebunden werden muss. Ich erinnere mich zurück (und solange ist das jetzt auch nicht her) an Schuhbänder, Turnsackerl und das Einpacken von Geschenken, wo ich das Schleife binden benötigt habe. Gut, letzteres sollte nach wie vor Thema sein und wahrscheinlich gibt es noch 20 andere Möglichkeiten. Dennoch ist auffällig, dass viele Kinder keine Schleife binden können und dies tagtäglich für ihre Schuhe auch selten brauchen.

Bildgeschichte Brief

Ich habe da diese eine Bildgeschichte vom Herrn Jakob. Ich finde sie ja noch lustig, viele meiner Therapiekinder kommen aber erst gar nicht so weit, die Pointe zu verstehen, weil sich ihnen die Reihenfolge nicht erschließt. Wie auch? Das Brief schreiben, kuvertieren, Marken abschlecken und draufkleben gehört nicht mehr zu den alltäglichsten Aufgaben.

Flohhüpfen

Wisst ihr noch? Das Spiel mit den bunten Blättchen, die ins Ziel geschubst werden müssen, indem man sie mit einem anderen Blättchen an einer Kante niederdrückt. Dieses Spiel ist bei vielen Kindern nicht mehr bekannt, ist mir aufgefallen, und auch gar nicht so leicht zu erlernen. Vielleicht sollte ich stattdessen Beyblades mit ins Programm nehmen.

Das Sieb

Ich freu mich immer auf die Beschreibungen und Erklärungen der Kinder zu meinem kleinen Sieb im Tastsack. Von Nutzungsmöglichkeiten bei der Suppe, über Nudeln, Milchhaut, Tee, Zucker bis hin zum Schmetterlingsnetz ist alles dabei. Schön, wie vielseitig dieses Ding ist. Neue Ideen sind aber sowieso etwas Tolles, auch wenn ein Kind einen Gegenstand bisher noch nie gesehen hat.

Bildgeschichte Telefon

Und noch ein Erlebnis des Herrn Jakob. Diesmal setzt sich der Vogel auf die Gabel des Telefons. Aber was dabei passiert, ist für einige Kinder im Handyzeitalter nicht mehr erschließbar. Die Reihenfolge kann zwar häufig gut gemeistert werden, aber beim Erzählen der Geschichte fehlt ihnen meist die abschließende Pointe. Das waren Zeiten, als es noch Telefone mit Wählscheiben gab…

Bettina Hutterer ist seit 2002 Ergotherapeutin und nach ihrer klinischen Tätigkeit in den Fachbereichen Neurologie und Psychiatrie seit 2009 freiberuflich in freier Praxis, vorwiegend im Fachbereich Pädiatrie tätig—Website