Was einem so alles unterkommt in den lokalen bis überregionalen Printmedien:

Kleine Zeitung, 20.12.2009, “Gespräch über die Hoffnung” – ein Artikel/Interview über das Überwinden einer Depression, Protagonist und Betroffener ist Adrian Naef (meine Güte, dieser Mann hat keinen Wikipedia-Eintrag), Therapeut und Musiker aus der Schweiz – Seite 5, Spalte zwei, letzter Absatz:

“Auch absurde Situationen tauchen aus der Erinnerung auf. ‘In der Ergotherapie haben sie uns aufgefordert, Aschenbecher zu machen. Und was bekomm´ich zu Weihnachten von meinem Enkel? Einen Aschenbecher.’ Man mache das halt für den Therapeuten, sagt er. ‘Aber es ist nicht das, was mich geheilt hat.’”

Na, das glaub’ ich aber, dass einen das “Machen” von Aschenbechern nicht heilt. Das hätte ich auch noch nie gehört. Verwunderlich stimmt mich diese Aufforderung (selbst wenn sie von Herrn Naef nicht 1:1 exakt erinnert wird) in Bezug auf die Therapieplanung, die eigentlich mit dem Klienten durchgeführt werden sollte. Mich erinnert das frappierend an Praktikumserzählungen von Kolleginnen und Kollegen, in denen jeder Klient zuerst halt mal ein Mandala ausmalen muss…schade, da sind “wir” schon mal – zumindest als Randnotiz – in den Medien, und dann als Aufforderer zur Aschenbechererzeugung…seufz. Auch verwunderlich: Herr Naef ist Schweizer, und die Schweiz hat einen sehr guten Ruf, was Ergotherapie angeht, wozu dass nicht ganz passt. Aber ich werd’ mich hüten Pauschalaussagen zu treffen. Schräge Sache jedenfalls.

Der Artikel ist online leider nicht abrufbar, deshalb kann ich ihn hier auch nicht verlinken. Registrierte Nutzer der Kleine Zeitung-Portals können ihn aber meines Wissens in der E-Paper-Ausgabe nachlesen, alle anderen können das Altpapier nochmal hervorkramen.
Der Herr Naef hat übrigens ein Buch geschrieben, das die Entstehung und den Verlauf seiner Depression behandelt. Es trägt den schönen Titel “Nachtgängers Logik, Journal einer Odyssee”, Suhrkamp-Verlag und ist unter anderem hier zu finden. Rezensionen gibt’s zum Beispiel hier oder hier.