Einleitung

Die regelmäßigen Leserinnen und Leser haben sicher einen Großteil des Projektverlaufes von ergo-goes-wheelmap mitbekommen, ebenso wie die Kritik in der Kronen Zeitung, die kurz nach der Endpräsentation des Projekts publiziert wurde und die hauptsächlich Argumente des Gleichstellungsbeirat der Stadt Klagenfurt bezüglich der Projektdurchführung beinhaltete.

Faksimile eines Beitrags in der Kronen Zeitung vom 09.02.2012Als einer der beiden Projektleiter war ich, gelinde gesagt, nicht sehr erfreut über die angesprochenen Punkte, in Akkordierung mit meiner Kollegin der FH Kärnten, Ergotherapeutin Angelika Mitterbacher, wurde einerseits meine persönliche Stellungnahme am handlungs:plan zu dieser Kritik verfasst sowie seitens der FH Kärnten per E-Mail eine Richtigstellung des Sachverhalts an die Verantwortlichen der Kronen Zeitung übermittelt. Zusätzlich wurde die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit eingeschaltet und von dieser Seite wurden die, für den Beitrag zuständigen, Redakteure sowie der Chef vom Dienst kontaktiert – seitens der Kronen Zeitung kam es allerdings zu keiner Reaktion.

Mein Beitrag beinhaltete zusätzlich eine Aufforderung an die, im Zeitungsbeitrag namentlich genannten, Mitglieder des Gleichstellungsbeirates Herrn Andreas Jeitler und Herrn Mark Wassermann, die sowohl im Beitrag selbst als auch per E-Mail an die Adressen der beiden Herren, als auch an die offizielle E-Mail-Adresse des Beirats erging.

Schwierigkeiten bei der Kontaktaufnahme mit dem Gleichstellungsbeirat der Stadt Klagenfurt

Zusätzlich zur bereits erwähnten Einladung zu einer Stellungnahme der oben genannten Herren habe ich mir erlaubt mit Herrn Jeitler per Twitter in Verbindung zu treten – auf alle diesbezüglichen Kontaktversuche erfolgte allerdings keine Reaktion. Zahlreiche Anrufe meinerseits unter den angegebenen Telefonnummer (abgerufen jeweils von der Website des Magistrats und von der Seite des Gleichstellungsbeirates) führten ebenfalls zu keinem Ergebnis, im Magistrat Klagenfurt war teilweise nicht bekannt, dass unter den gewählten Telefonnummern der Gleichstellungbeirat erreichbar sein sollte.

Langer Rede, kurzer Sinn: Über die „offiziellen Telefonnummern“ waren sowohl Herr Wassermann als auch Herr Jeitler zu keiner Zeit erreichbar. Alternativ dazu habe ich versucht, beide Herren auf ihren Mobiltelefonen zu kontaktieren – Herr Wassermann hat mich übrigens bis heute niemals zurückgerufen – was schlussendlich in zwei Telefonaten mit Herrn Jeitler (einem kurzen am 17.02.2012 und einem längeren am 24.02.2012) resultierte.

Der Gesprächsinhalt der Telefonate mit Herrn Jeitler

In diesem Telefonat äußerte Herr Jeitler, dass sich die Bedenken des Gleichstellungsbeirates der Stadt Klagenfurt nicht in erster Linie gegen das Projekt ergo-goes-wheelmap, sondern gegen die Bewertungskriterien von wheelmap.org richteten. Diese entsprechen nicht den besagten ÖNORMEN, insbesondere die Nichtberücksichtigung der Türbreiten bei den Zugänglichkeitskriterien wurde von Herrn Jeitler bemängelt.

Herr Jeitler vertrat des Weiteren die Meinung, dass die Aussagen des Gleichstellungsbeirates der Stadt Klagenfurt seitens der Kronen Zeitung nicht korrekt wiedergegeben wurden, wörtlich:

„Das sind blöderweise die Medien (…) man muss sehr vorsichtig sein, was man ihnen sagt (…) da ist teilweise ein Zitat drinnen vom Kollegen Wassermann, was er so zum Beispiel nie gesagt hat.“

Ein Mehrwert der wheelmap selbst für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer, wurde von Herrn Jeitler nur unter der Bedingung

„wenn die Kriterien entsprechen differenziert ausgewiesen wären“

attestiert. Er wolle die Äußerungen des Gleichstellungsbeirates dezidiert nicht als Kritik an ergo-goes-wheelmap verstanden wissen, sondern an der wheelmap selbst, er dürfe hier nicht

„missverstanden werden.“

Weiters wurde seitens Herrn Jeitlers die Problematik der möglichen Erhebung von Anklagen im Rahmen von Schlichtungsverfahren gegen die Initiative wheelmap angesprochen, falls Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer aufgrund des Informationsstandes der wheelmap eine Örtlichkeit nicht als zugänglich vorfinden. Die Nichteinbeziehung von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern während der Projektabwicklung wurde von Herrn Jeitler abermals bemängelt.

Herr Jeitler erwähnte während des Telefonats weiterhin, dass er vorgehabt habe eine Stellungnahme zu diesem Beitrag zu verfassen, er aber bis jetzt aber aus Zeitgründen noch nicht dazu gekommen sei. Am Ende des Telefonats wurde Herr Jeitler meinerseits nochmals gebeten, eine schriftliche Stellungnahme im Kommentarbereich des ursprünglichen Beitrages abzugeben, dies wurde von ihm telefonisch zugesagt

„Ich werde was schreiben“

ebenso wurde eine erneute Kontaktaufnahme von seiner Seite zugesagt

„sobald ich etwas geschrieben habe (…) werde ich Sie darauf hinweisen“

Weder das eine noch das andere ist bis zum heutigen Zeitpunkt – also faktisch über einen Monat später – geschehen.

Welches Fazit lässt sich ziehen?

Logo des Projekts ergo-goes-wheelmapIch persönlich habe bei der ganzen Sache – also sowohl beim Beitrag in der Kronen Zeitung als auch bei der Reaktion des Gleichstellungsbeirates selbst im Rahmen der Telefonate mit Herrn Jeitler – generell das Gefühl, als ob weder das Projekt in seiner Ausführung und seiner möglichen Relevanz für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer zur Debatte steht, noch überhaupt Interesse an der Entwicklung eines positiven Blickwinkels besteht. Zusätzlich mit den Schwierigkeiten der telefonischen Erreichbarkeit unter den offiziellen Telefonnummern und der Nichtberücksichtigung des, meiner Einschätzung nach, doch eklatanten Unterschiedes, zwischen den Termini „Rollstuhlzugänglichkeit“ und „Barrierefreiheit“ ergibt sich für mich das Bild von Personen, deren vorrangiges Interesse darin zu bestehen scheint, sich über von anderen geleistete Arbeit zu profilieren und Schlagzeilen für die eigene Agenda zu generieren.

Spannend in jedem Fall, mich beruhigt die Tatsache aber ungemein, dass der konkrete Nutzwert des Projekts für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer aber schlussendlich ohnehin weder in Tageszeitungen, E-Mails, Tweets oder Telefonaten definiert wird, sondern von Personen die die wheelmap – auch in Klagenfurt – benutzen werden, um sich über die Zugänglichkeit von Orten zu informieren und auf diese Weise hoffentlich einen Zugewinn der persönlichen Lebensqualität und Selbstwirksamkeit erfahren…damit hätten wir das Hauptziel unseres Projekts auch schon erreicht…

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