Schwierig wird’s jetzt, vier sehr intensive Wochen am Weißen Hof in Klosterneuburg, NÖ, wollen zusammengefasst werden  …

Ich habe die Praktikumszeit – auch bedingt auch durch die, sagen wir mal  Isolation “Ruhelage” der Einrichtung – als sehr produktiv empfunden. Im Laufe dieser Wochen habe ich in insgesamt fünf Therapiewerkstätten mein Unwesen getrieben, die einzelnen Fachbereiche waren Garten, Holz, Metall, Keramik und Elektronik, wobei ich in letzteren nur sehr kurz eine Stippvisite vornahm. Die einzelnen Bereiche bieten unterschiedlichste Möglichkeiten Werkstücke nach Vorlage herzustellen, der Bereich Garten zusätzlich (im Sommer) einen großen Therapiegarten – den ich leider nur im Ruhezustand an einem nebligen Tag erleben durfte. In den Werkstätten werden verletzungsbezogene Defizite beübt, zusätzlich wird an Belastbarkeit und Ausdauer gearbeitet. So werden in der Metallwerkstätte unter anderem Schmiede-, Feil- und Glasarbeiten in Tiffany-Technik angeboten, in der Holzwerkstätte werden diverse Holzwerkstücke mit verschiedenen Techniken angefertigt, im Bereich Garten werden umfangreiche floristische und gärtnerische (gibt’s dafür ein besseres Wort?) Tätigkeiten wie z.B. Anfertigen von Kränzen, Gestecken und Raumdekorationen durchgeführt. Der Fachbereich Keramik dürfte Studierenden (der Ausdruck ist eigentlich grammatikalisch und sinngemäß völlig falsch, da gab es mal was im Zwiebelfisch, aber da das ja auch in offiziellen Schriftstücken so gehandhabt wird…) der ergotherapeutischen Künste mittlerweile bestens geläufig sein. In der Elektronikwerkstätte werden schließlich elektronische Gadgets (inklusive Verdrahtungen von Leiterplatten und dem restlichen Krams – lustig!) sowie Arbeiten in Acrylglas wie z.B. Standuhren angefertigt .

Im Team habe ich mich sehr gut aufgenommen gefühlt, es war einfach sehr amüsant wieder einmal in einer richtigen “Männerdomäne” zu werken, wo der Umgangston ein bisschen rauer sein darf – allerdings ist es schon ein sehr archaisches Gefühl ein Stück glühenden Stahl aus einer heißen Esse zu nehmen, und kräftig mit dem Hammer draufzuhauen, schon fast steinzeitlich – obwohl damals noch nicht geschmiedet wurde. Ich muss auch zugeben, das ich mich aufgrund meiner beruflichen Bildung im Metallbereich am wohlsten gefühlt habe, aber das Gefühl habe ich mir (unprofessionellerweise) auch erlaubt. Die sporadischen Kontakte zur funktionelleren Ergotherapie waren … herzlich und produktiv, würde ich mal meinen. Mein Eindruck ist, dass der Weise Hof auch für ein Orthopädie- (Unmengen an Schienen) oder Neurologiepraktikum (SHT, Tetra- und Paraplegien) gut geeignet ist.

Alles in allem: Daumen hoch, Weißer Hof, kannst so bleiben (oder noch besser werden)

Und aufgrund der vielen Zeit, die ich alleine frierend auf dem Balkon verbracht habe – der einzige Ort in der Dienstwohnung mit Internetempfang, da wäre ein WLAN schon schön gewesen… –  sind auch netzmäßig viele nette Sachen entstanden, z.B. Podcast und das Blog, das ihr gerade lest.