Ja, nun…bevor alles im Dunkel der Vergangenheit verschwindet – das Praktikum ist nämlich mittlerweile auch schon eine Zeitlang vorbei – bringe ich die resümmierenden Gedanken zum Pädiatriepraktikum an der Abteilung für Neurologie und Psychiatrie des Kindes und Jugendalters (NPKJ), am Klinikum Klagenfurt am Wörthersee, zu Papier…oder so…

Der Beginn des Praktikums war für mich eher suboptimal, ich war nämlich die ganze erste Woche krank, abzüglich der Woche, in der die praktische Diplomprüfung abgenommen wurde, war ich also ca. sechs Wochen an der Abteilung – schlussendlich ist die Zeit doch recht schnell vergangen…

Insgesamt war ich als Praktikant zwischen drei Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten sozusagen aufgeteilt – Isabella Oven und Annemarie Gesierich-Bär sind eher für den „klassisch“ pädiatrischen Fachbereich zuständig, während Harald Hornaus als ET für die Jugendpsychiatrie zuständig ist. Die Dienstzeiten waren durchaus verhandelbar – wegen meiner täglichen Anreise aus Villach konnte ich jeweils erst um acht Uhr morgens vor Ort sein, trotzdem war es kein Problem die geforderten 40 Stunden pro Woche zu erreichen (v.a. da ich zweimal in der Woche bis 18.00 an der Abteilung war).

Im klassisch pädiatrischen Bereich habe ich die meiste Zeit mit Annemarie verbracht, zwei Vormittage auch mit Isabella – zu sehen gab es unter anderem verschiedene Testverfahren (Movement-ABC, FEW-2, Zürcher Neuromotorik [jetzt wundert es mich auch nicht mehr, dass der Test sehr schön designt war…], Teilitems des SIPT und hauseigen entwickelte, standardisierte Verfahren z.B. zur Beobachtung der feinmotorischen Kompetenzen), ambulante Therapieeinheiten zum Zwecke der Abklärung und Verhaltensbeobachtung, Therapie stationärer Kinder und Besprechungen.

In der Psychiatrie gab es viele kunsttherapeutische Ansätze zu sehen (Harald ist auch ausgebildeter Kunsttherapeut), Höhepunkt waren für mich jedoch die Projektarbeiten – unter anderem waren wir Klettern (Halle & Outdoor), haben uns mit Pferden beschäftigt (sowohl in trockener Theorie, als auch in „echt“ mit Haralds Therapiepferden „Sage“ und „Pippin“) und haben sehr viel Zeit in die Gestaltung von Kulissen in den Maßen 6×2,5m für das diesjährige Musicalprojekt – mit dem Thema Aladdin – investiert.

Die Kulissenbilder die während meiner Praktikumszeit entstanden, sind allesamt sehr farbenfroh – und letztlich auch beeindruckend – anzusehen, große Versionen der Bilder sind im Downloadbereich des handlungs:plan zu finden. Die Arbeiten haben sehr viel Spaß gemacht, ich lernte wieder mal so einiges (Zeichnen perspektivischer Entwürfe, Farbauswahl – wie war das noch gleich mit rosarot?, Torusflächenberechnungen und vieles mehr).

An Krankheitsbildern herrschte ebenfalls breite Vielfalt, von ADHD, Autismus, Entwicklungsverzögerungen in verschiedenen Bereichen, Störungen im Sozialverhalten, Essstörungen, Depressionen, Drogenmissbrauch, Borderlinestörungen bis hin zur Suizidalität, es gab viel zu lernen…

Für mich persönlich war das Praktikum trotzdem nicht immer so ganz einfach zu bewältigen, die therapeutische Herangehensweise bei Kindern unterscheidet sich doch maßgeblich von der bei Erwachsenen, und mir „liegt“ ein älteres Klientel einfach besser, wie’s aussieht. Zusätzlich herrschte m.E. nach im Haus eine äußerst seltsame Atmosphäre – es war zwar das gesamte Personal durchwegs sehr freundlich und gesprächig (naja, fast alle…), aber trotzdem: teilweise war es einfach gespenstisch still, fast wie in einem Geisterhaus, und naturgemäß waren immer alle Türen versperrt. Über die Geräuschkulisse könnt ihr euch selbst ein Bild machen, zwei Audiodateien  (einmal von der „normalen“ Kinderabteilung, einmal von der NPKJ) sind in diesen Blogbeitrag eingebettet – so zum Vergleich…

Fazit: Ja, es war ok, aber wiederholen müsste ich es nicht unbedingt – allerdings aus persönlichen Gründen…man freut sich richtig, abends nach Hause zu kommen, und ein Kind vorzufinden, mit dem alles in Ordnung ist – auf der Dankbarkeitsebene ein sehr gutes Praktikum (für Leute, die selbst schon Kinder haben…)