Ergos sind gemeinhin kreative Leute. Keine künstlerische Betätigung kann sich auf Dauer ihrem Zugriff entziehen. Stets halten sie Augen und Ohren offen und sind immer auf der Suche nach neuen (Handwerks-)Techniken, die sich in die Therapie einbeziehen lassen. Aber haben Sie auch schon mal daran gedacht, selbst in eine neue Rolle zu schlüpfen und als Clowndoktor mit Ihren Patienten in Kontakt zu treten? (Artikelbild von Barney Moss via Flickr)

Wie wird man Clowndoktor?

Das Video aus dem Artikel Clowndoktoren im Altenheim hat mich inspiriert, auf die Suche zu gehen. Ich wollte wissen, wie man Clowndoktor werden kann. Dabei bin ich auf eine Überraschung gestoßen.Es gibt bereits recht viele Orte, wo Clowns in Krankenhäuser und Altenheime gehen. Organisiert wird das vom Dachverband Clowns für Kinder im Krankenhaus. Schaut man sich die Karte an, so stellt man fest, dass es sowohl ein Nord-Süd- als auch ein Ost-West-Gefälle gibt. In allen Regionen, in denen es noch wenige Clowndoktoren gibt, können Vereine und Initiativen eine eigene Gruppe gründen. Eine solche Gründung birgt eine Menge Herausforderungen, nicht nur finanzieller Art. Damit es ein bisschen leichter geht, hat die Stiftung Humor hilft heilen ein Programm aufgelegt, mit dem sie neue Klinikclowns finanziell unterstützt, Kunsttherapiekoffer für Kinder, die nach der Clownsvisite zum Weiterspielen angeregt werden sollen, entwickelt und Förderprojekte für Klinikclownvereine initiiert. Klickt man die Stiftungsseite an, so lächelt einem ein sehr bekannter Mensch entgegen. Das war eine Überraschung für mich, denn ich wusste nicht, dass dieser Herr auf den Humor gekommen ist durch seine eigene Tätigkeit als Klinikclown. So viel zu meiner Überraschung. Ob das nun für Sie auch so überraschend ist, weiß ich natürlich nicht, es kann auch sein, dass ich einfach zu wenig fern schaue.

Die Entwicklung der Clowndoktoren in Deutschland wurde vor ca. 15 Jahren durch Patch Adams’ Gesundheit! Institute, das er in den 70er Jahren in Amerika gegründet hat, angestoßen. Die Idee, Clowns in Krankenhäuser zu schicken, um die Patienten von ihrem tristen Alltag abzulenken und ein wenig Freude in ihre schweren Tagen zu bringen, wird von Patch Adams auch heute noch mit Engagement verbreitet. Der Mann ist so interessant und hat so viele tolle Ideen, dass ich ihm demnächst einen eigenen Blogbeitrag widmen muss. (Oh Gott, je mehr Blogartikel ich schreibe, desto länger wird auch die Liste meiner Vorhaben. In diesem Zusammenhang kann ‘demnächst’ auch ‘in zwei Jahren’ heißen. Ich bearbeite die geplanten Themen sowieso nach dem Lustprinzip. Da bitte ich schon jetzt um etwas Geduld und viel Verständnis.)

Wie wird man denn nun witzig?

Naja, ich behaupte mal: Man muss es natürlich schon vorher ein bisschen sein. Darf keine Angst vor der eigenen Blamage haben und sollte Spaß am Lachen mitbringen. Aber das sind jetzt ja eher banale Weisheiten. Es gibt Kurse, Workshops, Seminare in denen man das Handwerkszeug der Clownerie lernen kann. Davon gibt es eine ganze Menge. Viele Kulturzentren bieten so etwas an. Es gibt aber auch spezielle Kurse für Humor und Clownerie zum therapeutischen Einsatz. Eine Liste der Workshopleiter kann man hier ansehen. Darüber hinaus findet man beim Bunten Bundes Bündnis  der Clowns in Kliniken und Seniorenheimen Veranstaltungshinweise und Informationen zur Ausbildung von Clowns. Viele weitere Angebote lasse sich finden, wenn man über die Suchmaschinen nach Clowndoktor-Kursen sucht.

Es gibt sogar eine Gesellschaft zur Förderung von Humor in Therapie, Pflege, Pädagogik und Beratung, humorcare. Der Initiator zur Gründung dieser Gesellschaft Dr. Michael Titze hat auch Bücher zum Thema Humor in der Therapie verfasst. Als Einstieg ins Thema sicherlich zu empfehlen.

Denn die Ausbildung zum Clown macht man nicht nebenbei. Clown zu sein bedeutet, ein Künstler zu sein. Diesen Anspruch sollte man schon an sich stellen. Kreativität und Humor, sind schon einmal gute Voraussetzungen dafür, aber ob das allein schon für den Rollenwechsel reicht oder nicht, muss jeder für sich selbst herausfinden. Ich persönlich begeistere mich sehr für Humor in der Therapie. Für mehr Lachen in der Therapie muss man aber nicht unbedingt ein Clown werden.

Literaturtipps

Silke Jäger ist Ergotherapeutin, Lektorin und Projektmanagerin und verdient ihre Brötchen als Freiberuflerin mit Texten über Rehabilitation, Therapie und Gesundheitsthemen—Website

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