Hinweis zur Handhabung: der aktuelle Tag findet sich im Artikel immer an erster Stelle – Späterleser müssen leider nach unten scrollen…


01.08.2010

Orientierung und Müdigkeit

Ach, sooo früh aufstehen, das kann nix – jetzt ist es halb fünf nachmittags und ich bin schon ziemlich müde, aber ein bisschen Wegstrecke am Tavelsjödelen habe ich ja auch zurückgelegt. Den ganzen Weg zu gehen, wäre ein sehr ambitioniertes Vorhaben gewesen, das wären dann knapp über 30 Kilometer gewesen – ich habe mich mit der Hälfte zufriedengegeben, da haben die Schuhe meiner zarten Haut schon ein bisschen zugesetzt, Trekkingschuhe habe ich keine mitgenommen, also war ich mit meinen Waldviertlern unterwegs. Der Anfang des Weges war nicht unbedingt leicht zu finden, bei der „genauen“ Karte aber eigentlich auch kein Wunder – nach 25 Minuten völlig planlosen Herumirrens auf militärischem Gelände habe ich das Schild dann doch noch gefunden…

Von Gelsen und anderen Tieren

Man könnte meinen, dass Schweden ein einziger Sumpf ist, es war (nach dem gestrigen Regentag) sehr feucht und sehr warm, und die Umwelt erforderte eine Gehen im raschen Schritt – hauptsächlich um den Gelsen keine gute Gelegenheit zur Nahrungsaufnahme zu bieten, lästige kleine Biester. Die Beschilderung war hervorragend, das ist auf österreichischen Wanderwegen teilweise deutlich schlechter, hat allerdings auch mit den extremeren Wetterbedingungen zuhause zu tun. Gefahr sich zu verirren, bestand jedenfalls zu keiner Zeit. Schon nach fünf Minuten habe ich meine ersten Elchdamen (zumindest glaube ich, dass es Elchdamen waren – Rehe oder Rentiere waren es jedenfalls ganz sicher nicht!!!) gesehen, als Fotomotiv taugen diese nur bedingt, sie sind schon sehr nervös und verdrücken sich bei erster Gelegenheit weiter ins Unterholz. Später sind mit dann noch zwei Buntspechte über den Weg gelaufen, die waren dann aber wirklich gar nicht mehr zu fotografieren – außer mit einem schönen, dicken Teleobjektiv vielleicht (nur, wie soll ich das auf meine Kompaktkamera montieren?).

Am Tavelsjödelen und im Wasser

Das Gehen selbst hat einerseits Spaß gemacht und andererseits gut getan, aber abseits der Wege stelle ich mir die Orientierung hier ohne Kompass und Karte eher schwierig vor. Alles sieht (mehr oder weniger) gleich aus, die höchsten Berge (muahahaaa) am Weg waren 200 Meter hoch und als solche kaum erkennbar und andere Wegmarken habe ich nicht wahrgenommen – ich bin halt doch ein Kärntner Kindl, und möchte hier bitte nicht ausgesetzt werden, wenn es sich vermeiden lässt. Am Ende des Weges gab’s dann noch ein Bad im Hissjön, das Wasser hatte ca. 20° und war…sehr braun, die Sichtweite unter der Oberfläche beträgt höchstens einen Meter, auch eine Umgewöhnung…

Die Heimreise

Glück hatte ich am Ende auch noch, die sonntäglichen Busverbindungen zwischen Hissjö und Umeå lassen zu wünschen übrig, aber ich habe eine nette Gesundheits- und Krankenschwester von der Abteilung für Rheumatologie an der Klinik getroffen, die mich nach Umeå zurückkutschiert hat…schön, wenn man die in Stunden zu Fuß zurückgelegte Strecke mit dem Auto in zehn Minuten bewältigt – irgendwie fühlt man sich da ein bisschen dämlich. Zum Tavelsjödelen gibt’s auch einen Informationsfolder (sogar auf Deutsch), Interessierte können sich den Folder hier herunterladen.

Das war’s im Großen und Ganzen für diese Woche, Bilder zur Wanderung am Tavelsjödelen stehen in der Bildergalerie zum Ansehen bereit, ich werde Montag und Dienstag zwei Schnuppertage in einer geriatrischen Einrichtung verbringen, mehr dazu gibt’s in den nächsten Tagen…


31.07.2010 – Die Blogpause™

Es sieht ganz danach aus, als ob mir das Wetter einen dicken Strich durch meine Wanderpläne gemacht hätte, Regen & Wind bereits seit Stunden. Alles ist grau und feucht, ich muss mir wohl Alternativen überlegen, um an ein bisschen Frischluft zu kommen. Um dem Grau zu entfliehen, gibt es heute zwei farbenfrohe Videos, viel Spaß beim Ansehen…

Für die Augen

  • Ein Farbenrausch in Venedig…
  • Sehr schöne High-Speed-Aufnahmen von Dingen (die meist zu Bruch gehen) und Menschen (die danach meist bunter sind als zuvor)

30.07.2010

Hej, hej! Ich habe gerade bemerkt, dass mein Heimflug so ziemlich genau in drei Wochen stattfindet – ein paar Stunden dazu, und dann hüpfe ich praktisch schon wieder durch die Gegend – allerdings nicht mehr so angestrengt wie bei der Anreise –sondern mit einem Tag Pause dazwischen. Naja, ein bisschen was steht bis dahin noch auf dem Plan.

Heute gibt’s nicht mal ein Bild, ich habe den ganzen Tag mit Literaturrecherche zugebracht, und mich in den Weiten von PubMed und anderen Datenbanken auf die Suche nach Beweisen für die Effizienz kognitiven Trainings gemacht – das wird auch wieder so ein Ding, nach kurzer Sichtung der Unterlagen sind wahrscheinlich keine eindeutigen Aussagen möglich, aber der Ansatz „Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis = Memory“ wird sich definitiv widerlegen lassen, ebenso lassen sich interessante Fragen zum Thema Aufmerksamkeitstraining in der Akutphase von Schlaganfällen formulieren. Ich bin zwar noch lange nicht durch, aber kann schon wieder einiges infrage stellen, was ich bisher gesehen beziehungsweise gelernt habe – sehr schön! Und die meisten Studien sind höchstens vier Jahre alt – noch schöner.

Ich werde den Artikel allerdings erst irgendwann im August online stellen, vorher kommt noch ein Dokument mit funktionellen Übungen ab der 4. postoperativen Woche, zugehörig zum Thema Active-Place-and-Hold, da werde ich in den nächsten Tagen mal ein bisschen rumschrauben. Montag und Dienstag nächster Woche bin ich in einer geriatrischen Einrichtung zu Gast, darauf freue ich mich auch schon – obwohl ich zugeben muss, dass mittlerweile leichte Ermüdungserscheinungen auftreten…

Morgen gibt’s hier die Blogpause™, und am Sonntag dann auch wieder mehr zu lesen…


29.07.2010 – Feature: Das Gesundheitssystem in Schweden – Hälsocentral

Schön, dass diesmal alles wie geplant funktioniert hat – der zweite Ausritt nach Umedalen hat schließlich zum gewünschten Ergebnis geführt, ich habe heute ca. drei Stunden mit ET Anna Nyberg verbracht, die im Hälscentral in Umedalen im Ausmaß von 50% als Ergotherapeutin beschäftigt ist, wir haben uns ca. eine Stunde miteinander unterhalten – sprich: ich habe ihr Löcher in den Bauch gefragt – und wir haben zusammen zwei Hausbesuche in der näheren Umgebung durchgeführt. Besonders erwähnenswert: die hiesigen Dienstfahrzeuge sind mit einem Alkomaten ausgestattet, der das Starten des Motors nur dann erlaubt, wenn der Benutzer nüchtern genug dafür ist…da passt jetzt „andere Länder, andere Sitten“ wirklich mal wie die Faust aufs Auge – meine sind mir fast aus dem Kopf gefallen…

Hälsocental/Vårdcentral – wovon reden wir hier eigentlich?

Einleitend erwähne ich gleich, dass alle folgenden Informationen aus Gesprächen stammen, die alle möglicherweise von Verständnisschwierigkeiten betroffen sein können, also, verklagt mich bitte nicht gleich, wenn etwas nicht ganz genauso ist, wie ich es hier beschreiben.

Angebote

Meiner Wahrnehmung nach, sind die Einrichtungen des/der Hälsocentral (früher Vårdcentral), die erste Auffangstelle für Patientinnen und Patienten die irgendeine Art von Hilfe benötigen. Egal ob es sich um eine Krankmeldung, einen Bluttest oder um eine Konsultation eines Ergo- oder Physiotherapeuten, eines Psychologen oder eines Sozialarbeiters handelt. Im Wesentlichen handelt es sich faktisch um „Gesundheitszentren“, die in jeder größeren Stadt – teilweise mehrfach, fünf Stück in Umeå – vorhanden sind, und in abgelegenen Gebieten auch kleine Bettenstationen anbieten, in Schweden gibt es ca. 1000 davon. Zur Standardbesetzung gehören Ärzte/Ärztinnen, Krankenschwestern und -pfleger, ErgotherapeutInnen, PhysiotherapeutInnen, Biomedizinische AnalytikerInnen und SozialarbeiterInnen – PsychologInnen sind nicht überall vorhanden.

Finanzierung

Patientinnen und Patienten können die Angebote eigenverantwortlich nutzen, so ist z.B. keine ärztliche Zuweisung notwendig um einen Termin bei Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten zu erhalten, die Termine können auch durch Angehörige oder Betreuungspersonal vereinbart werden. Patientinnen und Patienten die an gravierenden Problemen leiden, werden von dort aus an das Krankenhaus überwiesen beziehungsweise überstellt. Finanziert werden die Zentren auf Gemeindeebene, Patientinnen und Patienten zahlen für jeden Besuch bei einem Spezialisten 100 SEK (ca. 10 Euro), wobei die Deckelung bei 900 SEK/Jahr inkrafttritt – also wirklich teuer wird es nie. Zusätzlich haben diese Einrichtungen dazu geführt, dass es in Schweden faktisch nur einen sehr geringen Anteil niedergelassener beziehungsweise freiberuflich tätiger Angehöriger von Gesundheitsberufen gibt – der klassische, österreichische Allgemeinmediziner ist hier praktisch nicht vorhanden, niedergelassenen Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten gibt es auch kaum – und somit auch keine finanziellen Sümpfe, Vorteile für Privatversicherte usw. – prinzipiell hat jeder den gleichen Zugang zum Gesundheitsystem (was theoretisch in Österreich auch so sein sollte, aber definitiv nicht so ist).

Aufgabengebiete der Ergotherapie

Zu den dezidierten Aufgabengebieten von Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten gehören im Wesentlichen die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Hilfsmitteln, die Abklärung von möglicherweise notwendigen Wohnungsadaptionen, Sturzprävention, die Administration besagter Aufgaben und die Weitermeldung von benötigten Umbaumaßnahmen an die Gemeinde. Auch hier steht prinzipiell der Gedanke der Aktivität beziehungsweise der möglichst langen Verweildauer im häuslichen Bereich im Mittelpunkt. Zusätzlich wird Kontakt mit allen Einwohnern aufgenommen, die das 75. Lebensjahr erreichen, Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten klären zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus der Krankenpflege den allgemeinen Gesundheitsstatus von Patientinnen und Patienten ab, und leiten eventuell notwendige Maßnahmen ein – herrlich, so sollte das bei uns auch laufen, ich bin mir sicher, dass sich die Stürze im eigenen Wohnbereich eklatant reduzieren ließen…

Kostenübernahme von Hilfsmitteln und Wohnungsumbauten

Hilfsmittel wie z.B. Rollstühle, Leibstühle, Gehhilfen, Krankenbetten und Ähnliches werden aus einem zentralen Hilfsmitteldepot der Gemeinde zur Verfügung gestellt, es fallen keine monatlichen Gebühren für die Verwendung an, Patientinnen und Patienten bezahlen bei Zustellung (fallweise) einen geringen Betrag (50 SEK), und das war’s dann auch schon mit den Kosten. Sollten Umbauarbeiten z.B. das Anbringen von Haltegriffen im Lebensbereich von Patientinnen und Patienten notwendig werden, legen sowohl Patientinnen und Patienten ihre diesbezüglichen Wünsche, als auch Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten die fachliche Notwendigkeit der Maßnahmen bei der Gemeinde vor, wenn dies als gerechtfertigt erachtet wird, trägt die Gemeinde die Kosten für den Wohnungsumbau. (Hallo? Paradies?)

Zusammenfassung

Ja, in manchen Bereichen sind sie uns weit voraus, die Schwedinnen und Schweden. Sie haben längst umgesetzt, was in Österreich seit mittlerweile fast 20 Jahren (wenn mich meine Erinnerung nicht trügt) diskutiert wird, nämlich Patientinnen und Patienten von den Krankenhäusern fernzuhalten, ohne an Betreuungsqualität zu verlieren. Die Gesundheitszentren sin meiner Einschätzung nach ein probates Mittel zum Erreichen dieses Zieles und bieten Patientinnen und Patienten umfassende Angebote, mit dem Schwerpunkten Prävention und möglichst langer Selbständigkeit im häuslichen Bereich. Erwähnte ich schon, dass die Gemeinden auch für Betreuungsdienste aufkommen? Nein? Na dann… Geradezu paradox erscheint in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass in Österreich alle Patientinnen und Patienten die in Krankenhäusern betreut werden, gut für die Bilanzen der Sozialversicherungen sind, da diese nur einen jährlichen Fixbetrag an die Fonds abführen, die die Krankenanstalten finanzieren. Traurig, dass unser System extrem präventionsfeindlich ist und kaum adäquate Angebote existieren. Aber wir haben noch ein bisschen Zeit, ich hoffe also auch weiterhin auf Veränderung…

Die Patientinnen und Patienten des Tages

Hausbesuch bei männlichem Patienten, kardiale Probleme und ausgeprägter Morbus Parkinson mit einhergehender eingeschränkter Mobilität, Rollmobil im Wohnungsbereich. Zustellung und Anpassung eines Standardtransportrollstuhls im Beisein der Betreuerin. Der Patient war zufrieden und weg waren wir…

Hausbesuch bei 83-jähriger Patientin, Zustellung eines Leibstuhls wg. Nykturie (3-4 Toilettengänge/Nacht) und konsekutivem Unsicherheitsgefühl der Patientin, regelmäßige Schlafmedikation wird ihrerseits eingenommen. Sturzpräventive Abklärung der Wohnung (ein wenig unstrukturierter als in meiner Diplomarbeit, aber was soll‘s…), Adaption des Schlafraumes (Verschieben des Bettes, Entfernen von Teppichen, Aufstellen des Leibstuhls), Assessment der Lokomotionsfunktionen, Beratungsgespräch (Schwedisch, natürlich).

Randnotizen

…am Umeälven führt ein schöner Radweg entlang, genossen mit nachfolgender Musik ein echter Spaß…


28.07.2010

Jaaaahhh, was haben wir den heute so gemacht? Och, nur ein bisschen die ganze deutschsprachige Ergotherapie-Websphäre abgegrast, Links verfolgt, E-Mails geschrieben, Seitenquelltexte betrachtet, an Plug-Ins herumgeschraubt, vorläufige Linklisten für den handlungs:plan erstellt, versucht Gastautoren und Teammitglieder zu gewinnen, im Download-Verzeichnis herumgepfuscht, SEO-Blogs gelesen, Woo-Ranks studiert, den handlungs:plan in einem Ergotherapie-Verzeichnis eingetragen, unabsichtlich auf Twitter gespammt (wer uns dort folgt, weiss wovon ich rede…), noch ein bisschen im WordPress-Backend herumgepfuscht, noch ein paar Mails geschrieben, Fotos auf Flickr hochgeladen und schließlich diesen Artikel geschrieben. Ein bisschen am Blog herumgeschraubt, gut dass ich nicht zuhause bin, die Zeit hätte ich dort nicht…

Svenska?

Dokumentation...Lena spricht mittlerweile schon ein bisschen mehr Englisch mit mir, vielleicht würde ich tatsächlich noch Schwedisch lernen, wenn ich nur in dieser Sprache adressiert werden würde, aber mir ist Englisch lieber – trotzdem bleibt es schwierig, den Gesprächen mit Patientinnen und Patienten vollinhaltlich zu folgen…mindestens genauso schwierig, wie vorhandene Dokumentationen zu lesen. Auch die Dokumentation gestaltet sich als sehr unterhaltsam, in bestem „Swenglish“ gemischt mit deutschen Brocken versuchen wir, meine Theorien und Erkenntnisse in lesbares Schriftschwedisch zu verwandeln, das braucht sehr viel Zeit ist aber auch hochgradig unterhaltsam.

Geplanter Höllenritt

Schön, schön, morgen darf der Schwarze Teufel™ wieder aus der Niederhölle auf die Straße, der zweite Versuch eines Schnuppertages im Hälscentral im Umealven startet, ich habe heute mal ein paar grundlegende Informationen zur extramuralen Struktur des Gesundheitssystems eingeholt, aber Genaueres bringe ich morgen zu Papier auf den Bildschirm. Bei mir macht sich jedenfalls nachhaltig das Gefühl breit, dass die Schwedinnen und Schweden hier einige Dinge richtig gemacht haben – ein Prozess, der uns in Österreich und auch in Deutschland definitiv noch bevorsteht, wenn das System nicht zusammenbrechen soll.

Die Patientinnen und Patienten des Tages

Patient mit St. p. Verletzung durch hydraulischen Holzspalter am linken Daumen, 12 Jahre alt, Rechtshänder, Fraktur der Endphalanx, ausgeprägte Weichteildefekte, 4. postoperativer Tag. Das riecht nach Kinderarbeit, ich sag’s euch! Spaß beiseite, der Knabe ist Fußballer und Eishockeyspieler und kann sich von so einer Bagatelle natürlich nicht vom Sport abhalten lassen – also auf der Ebene der Aktivität betrachtet eine hervorragende Einstellung, die ergotherapeutischerseits natürlich unterstützenswert ist. Anfertigung zweier Schienen aus perforiertem Orfit® in der Wunschfarbe, einmal als Daumenschienenspange (die hoffentlich in den größeren Eishockeyhandschuh passen wird) und einmal als Abwandlung einer Rhizarthrosenschiene, mit einem nicht zu engen „Schutzkäfig“ für den (dick verbundenen) Daumen zum Fußballspielen. Auf die Applikation von rosaroten Herzen habe ich gnädigerweise verzichtet…(siehe auch die Bilder am Artikelende)

Patientin mit Extensionsdefizit der Finger IV und V links, ältere Dame die nur Schwedisch sprach, die Hände vom Erscheinungsbild her arthrotisch vorgeschädigt. Ich habe kein Wort verstanden, ehrlich gesagt…die Schiene hat Lena gemacht, minimalistische palmare Extensionsschiene mit verschiedenen Höhenniveaus für die jeweiligen Finger. Kein Foto…

Patientin mit St. p. Fahrradunfall und unvollständiger Amputation und Replantation mit Stiftarthrodese des IV. Fingers links vor einiger Zeit, 6 Jahre, Extensionsdefizit im PIP des betroffenen Fingers, blockiertes DIP. Anfertigung einer Nachtlagerungsschiene durch Lena, perforiertes Orfit®…und hej: rosarote Polsterung, rosarotes Herz, rosaroter Stern und rosaroter Mond auf neongrünem Hintergrund – wie cool ist das denn bitte??? Damit schläft die Kleine sicher gut!

Randnotizen

…Internetrecherche ist manchmal sehr, sehr mühsam…aktueller Zeitvertreib abseits des Bloggens…am Wochenende würde ich gerne mal ein bisschen wandern gehen, wenn es das Wetter zulässt – und zwar entlang des Tavelsjödelen, schlappe 30 Kilometer…erwähnte ich schon, dass ich hier die ultimative Trinkflasche erstanden habe-sensationell, so schnell wie die Trinköffnung groß ist, kann man gar nicht schlucken…


27.07.2010

Habe ich nicht den Titel „Master of Disaster“ verdient? Eine schöne Fahrradfahrt nach Umedalen war’s immerhin, ca. 35 Minuten am Schwarzen Teufel™, nur um dann festzustellen, dass ich entweder Datum und/oder die Uhrzeit durcheinandergebracht habe. Der nächste Versuch folgt am Donnerstag – hoffentlich mit mehr Erfolg. Mehr habe ich leider heute nicht zu berichten, außer, dass es herrlich kühl ist und der Regen jeden Moment zu prasseln beginnen kann, vergnügt euch doch mit den neuen Bildern in der Galerie am Artikelende – schließlich war Stella auch mit von der Partie…

Randnotizen

…sehr empfehlenswert: Jon Lajoie’s Persiflage auf Musik im Stile von Rage against the Machine, fast der schönste Text überhaupt…bei mir verstärkt sich der Eindruck, dass die Schwedinnen und Schweden süchtig sind, und zwar ordentlich – allerdings nicht nach legalen oder illegalen Drogen, sondern nach Salat, wer diesbezüglich mit statistischem Datenmaterial, was den pro-Kopf-Konsum angeht, dienen kann, der möge sich bitte in den Kommentaren zu Wort melden – Salat ist hier einfach überall und jeden Moment rechne ich damit, dass finstere Gestalten im Trenchcoat ihren Mantel öffnen, und mir biologischen Eisbergsalat aus illegalen Plantagen zum Kauf anbieten („Hey Man…need some sallad?“)…


26.07.2010

Eine Bitte um Hilfe

Grummelbrummel…Probleme, Probleme, nicht im Praktikum, sondern am Server. Die Downloads der PDF-Dateien funktionieren nicht auf jedem Rechner beziehungsweise können die Dokumente nach dem Download scheinbar nicht immer korrekt angezeigt werden. Alle Dateien wurden am Server jetzt mal ausgetauscht, falls ihr beim Download von Dokumenten Schwierigkeiten habt, wäre ein kurzes Mail an admin@handlungsplan.net sehr hilfreich, am besten mit der verwendeten Browserversion und der ausgegebenen Fehlermeldung, es wäre schön wenn ihr euch die Zeit nehmt, falls Probleme auftreten sollten – ich kann den Fehler hier nämlich nicht reproduzieren…

Der Wochenstart

Genug gemeckert, hier herrscht herrlichstes Herbstwetter, leichter Nieselregen und so um die 12 Grad, sehr angenehm beim Fahrradfahren und beim Arbeiten – nur mit der Bräune wird’s wohl nicht so schnell weitergehen. Agneta und Helena sind auf Urlaub, das lässt mich mit Lena zurück – sie ist hauptsächlich für Patientinnen und Patienten der plastischen Chirurgie zuständig, weiters für Brandverletzungen, das Anmessen maßgeschneiderter Extremitäten- und Körperkompressionssysteme, Narbenbehandlung usw. Der Haken an der Sache – wenn man das so nennen kann – ist, dass sie mit den Patientinnen und Patienten hauptsächlich Schwedisch spricht, was mich ein bisschen im Regen stehen lässt, aber es wird schon werden…

Morgen habe ich einen „Schnuppertag“ in der „Primary Care“, ich bin schon sehr gespannt, wie das hier läuft, dieser Teil des Gesundheitssystems existiert meines Wissens in Österreich in dieser Form nicht – außerdem gibt’s eine Prise Geriatrie – immer schön für mich…

Die Patientinnen und Patienten des Tages

Patient mit St. p. Beugesehnenverletzung des V. Fingers re., 3. postoperativer Monat, Abschlusskontrolle. Extensionsdefizit des betroffenen Fingers von ca. 15-25°, keine alltagsrelevante Problematik, Arbeitsbeginn (Schweißer) nächste Woche Montag, Abschlussgespräch, Beratung bezüglich der Weiterverwendung der Schiene.

Patient mit St. p. Amputation des rechten Unterarmes distal des Ellbogens, Patient ist Rechtshänder, arbeitet in einem Sägewerk in dem er Lasten bis 20kg mit der rechten Hand bewegen muss, Amputation vor ca. drei Monaten, abgeschlossene, komplikationslose Wundheilung. Der Patient hat seine – muskelaktivitätsgesteuerte Prothese der Firma Otto Bock heute erhalten und noch nicht ausprobiert. Anprobe der Prothese, Information über Ein- und Ausschalter, Informationsgespräch bezüglich der Prothesenpflege und Handhabung in Bezug auf die fehlende Sensibilität, Information bezüglich des Lenkens von KFZ, Einstellen der Potentiometer zur Abnahme der Muskelaktivität, allgemeine Beratung bezüglich der Handhabung in den nächsten Wochen, Gleichgewichtsübungen (verlagerter Körperschwerpunkt durch amputationsbedingten Gewichtsverlust), Übungen zur Anlage und Abnahme der Prothese, Greifübungen mit Bällen, Übungen zur Kraftdosierung, interdisziplinäre Besprechung mit der Handchirurgin und der Physiotherapie, Informationsgespräch bezüglich der Alltagsintegration der Prothese, Beratung bezüglich psychischer Amputationsaspekte.

Das war ja spannend, ich hatte mit Prothesenversorgung bis jetzt noch nicht so viel zu tun, aber soweit ist alles ganz gut gelaufen. Spannend wird allerdings der nächste Besuch in Bezug auf die psychischen Coping-Prozesse, die Prothese hat nämlich eine maximale Greifkraft von 90 Newton, das könnte zu Problemen am Arbeitsplatz führen, die der Patient zurzeit noch nicht realisiert hat…denn das Bewegen von Lasten jenseits dieser Grenze wird ein – meiner Einschätzung nach – kaum überwindbares Hindernis darstellen. Eine Kraftmessung seitens der Physiotherapie ist für nächstes Mal geplant…

Patient mit. St. p. Beugesehnenverletzung des V. Fingers re. Bei Rechtshändigkeit vor vier Wochen, planmäßiger Termin im Rahmen des Active-Place-and-Hold-Therapiekonzepts. Abnahme der Schiene, Beratung bezüglich des weiteren Procedere, Vorstellung des Übungsprogramms durch die Physiotherapie (da schraube ich schon am nächsten, bebilderten Dokument um das endlich mal fertigzustellen, aber ich brauche jemanden der die Fotos macht, also wahrscheinlich am Wochenende…). Für mich nicht ganz schlüssig war das vollständige Entfernen der Schiene bei bestehendem Extensionsdefizit – ich hätte den Patienten die Schiene mit der Extensionsspange die nächsten zwei Wochen nachts weitertragen lassen, stattdessen wird in zwei Wochen wahrscheinlich eine Extensionsschiene angefertigt, habe leider keine befriedigende Antwort auf meine Frage erhalten…

Randnotizen

…Kaugummi mit Lakritze-Salz-Geschmack? Aber immer her damit, schmeckt köstlich…


Es gibt was auf die Augen…